Vorsichtige Öffnung
Die Ungarische Staatsoper steht in der «illiberalen Demokratie» Viktor Orbáns glänzend da. Geleitet wird sie seit 2011 von Szilveszter Ókovács, einem Vertrauten des allmächtigen Ministerpräsidenten. Das Jahresbudget des Hauses beträgt umgerechnet etwa 40 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie im Jahre 2010, vor dem Durchmarsch der rechtspopulistischen, heute gleichsam allein regierenden Fidesz-Partei.
Über 20 (!) Opernpremieren, szenische und konzertante, absolvierte die Budapester Oper in der Saison 2015/16 unter dem eigenen Dach, im Hauptgebäude an der Andrássy út und im Erkel-Theater, sowie an anderen Spielstätten. Hinzu kamen Ballett- und Musical-Premieren. Ob die Masse der Produktionen dabei mitunter nur auf Kosten der künstlerischen Klasse zu bewältigen war, bleibe dahingestellt. Mit dem im Mai und Juni veranstalteten Shakespeare-Festival jedenfalls, das man anlässlich des 400. Todestages des englischen Dichter-Dramatikers auflegte, wollte die Ungarische Staatsoper nicht nur ihre Leistungsfähigkeit, sondern auch ihre Weltoffenheit beweisen.
Schon mit Aribert Reimanns «Lear» machte die Magyar Állami Operaház einen entschiedenen Schritt in Richtung ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Máté Mesterházi
Vor Kurzem bekam ich eine E-Mail aus der Marketing-Abteilung eines Theaters, an dem ich probte. Sinngemäß stand da: «Wir hoffen, dass Sie Ihre Freunde, Verwandten, Kollegen und überhaupt alle, die Sie kennen, mit Ihren Erlebnissen hier nerven wollen». Dabei werde man mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Personalisierte Banner für Twitter, Facebook und die...
Als Baldassare Galuppi 1753 seine Goldoni-Vertonung «I bagni di Abano» herausbrachte, zeigte sich: Thermen, Spas und Badeorte sind ein ideales Buffo-Setting, schon wegen des dort üblichen zwanglosen Umgangs. In Fabio Vacchis «La station thermale» (1993, ebenfalls ein Goldoni-basiertes Stück) funktioniert die Idee nicht minder gut als in Rossinis «Il viaggio a...
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