Von außen nach innen
Sänger seien – ausbildungsbedingt – schlechte Darsteller: Dieses Vorurteil habe er vor vielen Jahren in einem Interview zum Besten gegeben, berichtet Gerd Heinz im Vorwort zu seinem Grundlagenkurs «Der Sänger als Schauspieler». Statt Schelte von Opernseite trug ihm die Äußerung eine langjährige Tätigkeit als Hochschuldozent ein, der sich auch das nun im Henschel Verlag erschienene Buch verdankt.
In vier aufeinander aufbauenden Kapiteln zu den Themenblöcken «Raum», «Körper», «Bild» und «Sprache» nebst «Zwischenspielen» hat der Autor seinen eigenen viersemestrigen Schauspielkurs «Grundlagen der Darstellung» an der Hochschule Freiburg zu Papier gebracht, inklusive Schlusswort, einem Anhang mit Glossar, Literaturvorschlägen und Anmerkungen zum Aufbau eines Unterrichtsfundus. Ziel ist eine Schauspielmethode der «Selbstprovokation» in der Tradition Stanislawskis von außen nach innen, von der reproduzierbaren Geste, dem Umgang mit Requisiten, Körperzuständen und dergleichen zur wiederholbaren authentischen Haltung in der Szene.
Praktische Übungen und theoretische Erläuterungen greifen gut abgestimmt ineinander, ergänzt werden sie durch generelle Betrachtungen, beispielsweise zur Bedeutung ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Katharina Duda
Niccolò Jommelli, dessen Schaffensperiode sich von 1737 bis 1772 erstreckt, ist mit Abstand der begabteste und interessanteste italienische Opernkomponist jener Dekaden, ja sogar eine der bedeutendsten Erscheinungen des gesamten 18. Jahrhunderts», so David Kimbell in seinem Standardwerk «Italian Opera». Und der britische Gelehrte stellt fest: «Keinem andern großen...
Australien ist angesichts seiner Größe und dünnen Besiedlung kaum in der Lage, eine Alte-Musik-Szene zu kultivieren, die den Namen verdient hätte. Viele der versiertesten Musiker des fünften Kontinents haben längst ihre Koffer gepackt und sich einen Platz in den führenden Originalklangkörpern Europas gesucht. Doch Pinchgut Opera hatte die blendende Idee, einige der...
Nicht nur wegen der geöffneten Striche, die den Baron Ochs als wahrhaft «aufgeblas’nen, schlechten Kerl» zeigen, war dieser «Rosenkavalier» ein Höhepunkt im Strauss-Jahr 2014: Harry Kupfer und sein Bühnenbildner Hans Schavernoch nutzten die Breitwandbühne des Großen Festspielhauses von Salzburg auf suggestive Weise, verlegten das Geschehen mit opulenten,...
