Verständigung
Es gehe um einen humanistischen Auftrag, sagt Muriel Haim, nicht um einen politischen: «Wir wollen nichts demonstrieren, wir wollen Leben retten.» Die aus Paris stammende, international bestens vernetzte Ärztin hat vor knapp zehn Jahren «A Heart for Peace» gegründet: eine nichtkommerzielle Organisation, die auf ihre Weise versucht, Israelis und Palästinenser einander näher zu bringen. Vor allem um herzkranke Kinder im Gaza-Streifen und im Westjordanland geht es.
Innerhalb von nur zwei oder zweieinhalb Stunden können sie im Hadassah-Krankenhaus von Jerusalem behandelt werden, sofern ein Korrespondenzarzt das befürwortet. Eltern dürfen mitkommen. Knapp 700 Kinder konnten auf diese Weise bisher gerettet werden, die Hälfte der meist aufwändigen Behandlung (bis zu 16 000 Euro pro Kind) übernimmt das Krankenhaus, die andere Hälfte die Stiftung. «Ich bin nicht besonders religiös», sagt Muriel Haim im «Opernwelt»-Gespräch, «aber ich denke, jüdisch sein bedeutet den Auftrag, die Welt ein bisschen besser zu machen». Dann überlegt sie einen Moment und setzt nach: «Jüdisch sein hat viel mit Vermittlung zu tun.» Unprätentiös sagt sie das, zurückhaltend, ohne Siegerpose – ganz so, als sei ihr in ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Stephan Mösch
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