Mal hier, mal dort
Gerade als Gilda ihre Seele aushauchen will, fährt in einiger Distanz ein Zug vorbei, pflügt akustisch diskret durch das Dolcissimo von «Lassù in ciel». Schlimm ist das nicht. Die klug konzipierte, die Bühne fast hermetisch umschließende Zuschauerarena legt Außengeräuschen den Finger auf die Lippen. Überdies trotzt die Chinesin Sen Guo als Gilda den gedämpft rollenden Rädern mit nahezu überirdischem Ton.
Dennoch lenkt das Eindringen solcher Alltagslaute in den Opernkokon – vielleicht eine conditio sine qua non bei Freiluftaufführungen – unwillkürlich die Gedanken auf das Spiel der Zeiten. In diesem Fall der unmittelbaren Gegenwart und der Frührenaissance des Hofs zu Mantua, die sich hier vor der modernen Architektur der Turnhalle Mülimatt zu Brugg-Windisch im mittelschweizerischen Aargau zu vermählen suchen. Wobei die ziehharmonikahaft gezackte Fassade des Fitnesstempels durchaus als ins Heute hinübergerettete Gotik durchgehen könnten – was Bühnenbildner Karel Spanhak denn auch nutzt. Er fügt der expressiven Front ein üppiges rotes Tor hinzu und sorgt ansonsten für Spielpodeste und Treppen, auf denen Regisseur Giancarlo del Monaco seine Routine ausspielen kann. Dabei folgt die ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Gerhard Persché
«Manon» sei keine rührselige Geschichte, da gehe es hart zur Sache, gerade was die Sexualität betreffe. Der das sagt, ist der Regisseur Olivier Py, und er beruft sich dabei auf die Vorlage zu Jules Massenets Oper, auf den Roman des Abbé Antoine-François Prévost von 1731. Entsprechend deftig erscheint «Manon» in der Produktion, die das Genfer Grand Théâtre in seinem...
ARD-ALPHA
1.11. – 11.00 Uhr
Konzert mit Horst Stein
und den Bamberger Philharmonikern aus der Basilika Waldsassen.
11./25.11. – 19.30 Uhr
14./28.11. – 16.00 Uhr
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Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner.
13.11. – 20.15 Uhr
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Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert war keine musikalische Gattung für die musikalische Identität einer Nationalkultur wichtiger als das Lied. Dies gilt auch für das seit der Hanse mit der deutschsprachigen Kultur eng verwobene Baltikum. Mit den poetischen Inhalten und der kleinen Form war es weitaus leichter, einen größeren Kreis zu erreichen als etwa mit...
