Verdi: Ein Maskenball

Regensburg

Opernwelt - Logo

An einer kleinen Bühne wie Regensburg sind Produktionen von Standardwerken in der Regel nur für das heimische Publikum attraktiv, die Wirkung bleibt meist regional beschränkt. Nicht so im Fall des neuen «Maskenball». Das Theater Regensburg bietet hier nicht nur ein Sänger-Quintett, sondern, die zwei Verschwörer einbezogen, ein -Septett auf, das sich problemlos auch an größeren Häusern hören und sehen lassen kann.

Da ist der koreanische Tenor Jung-Hwan Choi, der als Riccardo mit offener, hell timbrierter Stimme, mit sicher geführten Legatolinien und kernigen Spit­zen­tönen aufhorchen lässt; ihm zur Seite Jin-Ho Yoo als Renato, dessen prächtiger, bes­tens kontrollierter Bariton in der nächs­ten Spielzeit an der Staats­oper Hannover zu hören sein wird. Amelia war die Amerikanerin Christina Lamberti, die mit jungem, schlank und flexibel geführtem Sopran in den Arien an­zu­rühren wusste und sich in den En­semb­­les mühelos über die übrigen Stimmen erhob. Ulrica ist, wie Kundry, wegen des enormen Ambitus der Partie schwer zu besetzen. Jordanka Milkova schaffte es, die anspruchsvolle Aufgabe sozusagen mit zwei durchschlagskräftigen Stimmen zu bewältigen: in der Tiefe mit erdiger ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 55
von Gerhard Heldt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bolschoi & Co. entdecken Mozart

Mozart-Opern spielten in Moskau lange Zeit überhaupt keine Rolle. Erst mit dem aktuellen Mozart-Jahr scheint dieser weiße Fleck allmählich zu verschwinden. So gibt es gleich zwei verschiedene Deutungen der «Zauberflöte» zu besichtigen. Das Bolschoi Theater zeigt eine In­szenierung von Graham Vick. Er präsentiert eine amüsante, stilvolle und lebendige Deutung voller...

Strauss. Ariadne auf Naxos

Wer hätte das gedacht? Da thematisiert ein Regisseur dezent, aber unübersehbar das Dritte Reich in einer Oper, die vorderhand nichts damit zu tun hat, und es macht, unabhängig von der realen Verstrickung des Komponisten Richard Strauss mit der Nazi-Diktatur, tatsächlich Sinn. Und wer hätte gedacht, dass der heldisch-euphorische Schluss von «Ariad­ne auf Naxos» auch...

Ertrinken, versinken

Zunächst könnte man meinen, mit der CD stimme etwas nicht: Ein g-moll-Akkord wird ein Dutzend Mal angeschlagen, bricht ab, hinterlässt eine lange Pause, beginnt erneut, bricht wieder ab – bis diesem Stop-and-go synthetisch-knisternde Klangräume entwachsen, die von einer zerkratzten Pink-Floyd-LP stammen könnten. Techno-Beats unterfüttern einen schneidenden...