Unterm Brennglas

Uraufführung bei der Neuen Oper Wien: Simon Voseceks «Biedermann und die Brandstifter» sind durchaus repertoiretauglich

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Der Haarwasserfabrikant, der notorische Feuerteufel naiv bewirtet, während sie auf dem Dachboden seines Hauses bereits Benzinfässer stapeln: Max Frisch hatte sein Schauspiel «Biedermann und die Brandstifter» vor ein paar Jahrzehnten auf die Machtübernahme – den sogenannten Februarputsch – der Kommunisten 1948 in der Tschechoslowakei gemünzt. Doch aktuell ist der Stoff allemal, weil so menschlich im Sinne von Mephistos Feststellung «...den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte».

Brandstifter sind allgegenwärtig und zündeln an der Welt herum, ob als Politiker oder Zocker im Banken- und Wirtschaftsbereich. In solchem Zusammen­hang hat Simon Vosecek, der Wiener Komponist mit tschechischen Wurzeln, aus Frischs Stück eine durchaus aktuelle Farce fürs Musiktheater geschrieben, die von der Neuen Oper Wien im September im Wiener Semperdepot uraufgeführt wurde. Deren Leiter Walter Kobéra und sein amadeus ensemble exekutierten mit Elan die Partitur, die das letzte halbe Jahrhundert europäischer Musikgeschichte wie im Brennglas konzentriert und dabei das Komische, Bizarre und Drastische zusammenspannt. Béatrice Lachaussée sorgte für eine unterhaltsam-konzentrierte ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Gerhard Persché

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