Was der Hass nicht vermag

Gluck: Armide Amsterdam / Opernhaus

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Die Zauberin Armida, die gegen ihren Willen dem Kreuzritter Ronaldo verfällt, hat auch einer Menge Komponisten der letzten 400 Jahre den Kopf verdreht. Von Lully bis Dvorák – wer hat nicht alles die Story vertont! Gluck tat es 1777 in Paris, bereits als berühmter Opernreformer. «Armide» hat allerdings nicht die Stringenz und dramatische Kraft seiner anderen Reifewerke, etwa der beiden Iphigenie-Opern. Aber Barrie Kosky versteht es in seiner Amsterdamer Inszenierung mit Bühnenbildnerin Katrin Lea Tag trotzdem, dem Stück durch suggestive, poetische Bilder Glanz und Größe einzuhauchen.

Zu Beginn: ein karger, unscheinbarer Sandhaufen, ein einsamer Baum, man wähnt sich in «Warten auf Godot». Doch die Leere ist vor allem Kontrastfolie für das, was kommt. Zum Beispiel Regenschleier, die majestätisch langsam zu Boden sinken – in ein langgestrecktes Becken, wo sich das Volk tummeln darf. Reflexionen des Wassers auf der Wand, schimmernde Wellenberge, sich überlagernd, tanzend. Dann: zehntausende bunter Blätter, die zu Boden rieseln, minutenlang, endlos, in Mengen.

Was Kosky hier auf die Bühne stellt, sind keine selbstgenügsamen, bloß «schönen» Tableaus. Sie sind Verlängerungen der Psyche der ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Udo Badelt

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