Ungebärdig, schroff, existenziell
Erst die banale Wahrscheinlichkeit und dann – neuer Anlauf – die Utopie, das gehoben-idealistische «Schön wär’s». «Fidelio» hat in Zürich einen dramatisch hereinplatzenden Vorspann. «Er sterbe», faucht Don Pizarro im Quartett des zweiten Akts. Im Handgemenge ein Schuss. Leonore ist tot. Wie angegossen der Sprung ins letzte Drittel der Leonoren-Ouvertüre Nr. 3. Mehr Sinfonik bekommt der Beethoven-Freak an diesem Abend nicht. Folgt die Oper, wie sie im Buche steht. Das heißt, nicht ganz. Den vielen Werkverbesserungs-Varianten hat Andreas Homoki eine weitere hinzugefügt.
Die Dialoge sind komplett gestrichen. Da müssen wir erheblich mitdenken. Dennoch, eine Korrektur, die auf beinahe schon verblüffende Weise verfängt. Wenn der Gefängnis-Gouverneur ein zweites Mal «Er sterbe» zischt, überlebt das «hohe Paar» partiturgemäß. Visionen kennen kein böses Ende.
Homoki und sein Bildpartner Henrik Ahr muten uns noch mehr zu. Ein grauer Bühnenkarton mit auf- und niederfahrender Rückwand, das ist alles – außer der unumgänglichen Pistole kein Requisit, kein Ambiente, sondern die totale Ortlosigkeit. Die Menschen in diesem leeren Raum sind auf sich gestellt. Wie sie alle Handlung, alle Wendemarken ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Heinz W. Koch
arte
2.2. – 17.30 Uhr (1)
2.2. – 18.10 Uhr (2)
2.2. – 22.35 Uhr (3)
La Folle Journée de Nantes.
1. Copland: Fanfare for the Common Man; Höhepunkte aus den fünf Festival-Tagen und Rückblick auf die 20-jährige Geschichte des Festivals.
2. Abschlusskonzert mit dem American Spiritual Ensemble, Sinfonia Varsovia u. a.
3. Nicola Benedetti spielt Korngold: Violinkonzert.
3.2....
Die Künstleragenturen waren zunächst perplex, als Dirk Löschner, der Intendant des Theaters Vorpommern, für seine Inszenierung von Richard Wagners Schwanenrittermär einen «asiatischen Lohengrin» suchte. Er hat ihn aber bekommen: Der Koreaner Junghwan Choi meisterte die Premiere in Stralsund mit einem ebenso kräftigen wie überaus klangschönen Tenor. Bei Löschner...
Für den Fettwanst Falstaff, der nach der Liebe der Frauen und den Geldbörsen ihrer Männer giert, ist die Welt das, was er in seinen Bauch hineinschlingt: «Dies ist mein Reich, ich muss es vergrößern.» Christof Nel hat Verdis Alterswerk über den schmarotzenden Fresser jetzt in Mannheim inszeniert und trifft die bösartige Komik vom betrogenen Betrüger, dem es die...
