Improvisation ist Trumpf

Verdi: Falstaff Mannheim / Nationaltheater

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Für den Fettwanst Falstaff, der nach der Liebe der Frauen und den Geldbörsen ihrer Männer giert, ist die Welt das, was er in seinen Bauch hineinschlingt: «Dies ist mein Reich, ich muss es vergrößern.» Christof Nel hat Verdis Alterswerk über den schmarotzenden Fresser jetzt in Mannheim inszeniert und trifft die bösartige Komik vom betrogenen Betrüger, dem es die Bürger von Windsor am Ende heimzahlen, auf ebenso überrumpelnde wie schlagende Weise.

Bei ihm spielt die Handlung – in ­Anlehnung an die Shakespeare-Verse «Die ganze Welt ist Bühne und alle Fraun und Männer bloße Spieler» – auf dem Theater, das die Mitwirkenden stürmen, noch bevor die Musik einsetzt. Dort hat ihm Roland Aeschlimann eine höchst originelle Szene gebaut – ein mitten im Raum hängendes, trapezförmig geöffnetes Riesenmaul, mit dem man (den Analytiker Nel wird es nicht überraschen) wohl auch eine Vagina assoziieren darf. Drei übereinander laufende offene Galerien schließen die Bühne nach hinten ab und zitieren das Shakespeare-Theater. Das zwingt zur Konzentration des ganz vorne auf schmaler Fläche ablaufenden, virtuos beherrschten Spiels, gibt dennoch ­genügend Raum für die Auftritte und sorgt für ­Bewegung.

Nel ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Uwe Schweikert

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