Sterben an der Liebe
Die 1910 uraufgeführte heroische Komödie «Don Quichotte» ist zwar nicht Jules Massenets letzte Oper, aber wie Verdis «Falstaff» ein künstlerisches Testament. Elisabeth Stöppler, die in Gelsenkirchen mit einem viel beachteten Britten-Zyklus und zuletzt mit einer verstörend faszinierenden Sicht auf Dvoráks «Rusalka» Aufsehen erregte, hat Massenets Weltabschiedswerk jetzt am Musiktheater im Revier als eine Oper über den Tod, als Rückblick eines Träumers inszeniert, der durch die Liebe gleichzeitig lebt und stirbt.
Wenn der Vorhang aufgeht, sehen wir Quichotte in seiner Bibliothek sitzen und, noch vor der Ouvertüre, begeistert jenes Cello-Solo spielen, das später das Intermezzo vor dem Schlussakt einleitet – Motto eines Abends, in dessen Verlauf der alternde Sonderling sich seines Lebens erinnert, den wir zugleich aber auch als eine Huldigung an die transzendierende Kraft der Kunst und der Ideale verstehen dürfen.
Piero Vinciguerra hat ein mehrstöckiges Apartmenthaus auf die Drehbühne gesetzt, das mit Treppe, Toilette, Nasszelle, Küchenzeile, Wohn- und Schlafzimmer immer andere Räume öffnet. Dort haust Don Quichotte, dort lässt er sein Leben Revue passieren, wobei ihm Illusion und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Uwe Schweikert
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Der Barbier von Sevilla: 1.
– Verdi, Don Carlo: 9. (P), 15., 23.2.; 8., 16., 21., 23., 29.3.; 11., 19., 26.4.;...
Italiens Bruttosozialprodukt werde frühestens 2018 wieder den Stand von 2007 erreichen, prognostiziert der Internationale Währungsfonds. Der in Italien lebende Rezensent, dem auch die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen von zwei Jahrzehnten Berlusconi vor Augen stehen, prophezeit, dass noch mindestens eine Generation unter den Folgen leiden wird. Die...
Gustav Mahler hat sie geliebt, geschätzt und gefördert. Und auch Cosima Wagner wäre in Bayreuth viele Sommer kaum ohne sie ausgekommen: Anna Mildenburg (1872-1947) begann als Mittzwanzigerin in Hamburg mit den großen Wagner-Partien, wurde die berühmteste Kundry ihrer Zeit und eine von Richard Strauss als «genial» bezeichnete Darstellerin der Klytämnestra. Nach dem...
