Think Big!
Edel sieht er aus, hilfreich und gut. Ein Mode-Designer muss ihn eingekleidet haben. Graues T-Shirt, lässig ausgebeultes, schwarzes Sakko, der Umhang anthrazit. Die schwarzen Locken wirken leicht gegelt und sind in die Stirn gekämmt. Ein Dreitagebart rahmt das Gesicht. Der Blick ist nach vorne gerichtet, selbstbewusst, aber nicht aufdringlich. Keine Frage: Dieser Mann weckt Erwartungen. Er hat einiges hinter sich und noch viel mehr vor sich. Von so einem träumen Frauen und Männer gleichermaßen. In New York ist er auf vielen Plakaten zu sehen.
Werbung macht er allerdings nicht für einen neuen Herren-Duft oder den schicksten Limousinen-Service, sondern für die Oper.
Genauer: für die neueste Premiere der Metropolitan Opera. Deren Website schmückte das Bild schon Wochen vor der Premiere. Jonas Kaufmann als Parsifal: reiner Tor, schöner Erlöser, auratischer Pilger. Ein Versprechen. Der Beitrag der Met zum Wagner-Jahr. Gleich auf Seite 2 des Playbill-Heftes erzählt Peter Gelb, der General Manager, wie er Kaufmann vor sieben Jahren für diese Produktion gebucht hat. In Zürich war das, unmittelbar nach dem Parsifal-Debüt. Überhaupt sei eine bessere Besetzung als jetzt an der Met für dieses ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Reportage, Seite 48
von Stephan Mösch
2008 hatte diese Produktion am Brüsseler Théâtre de la Monnaie ihre Premiere. Drei Jahre später wurde sie dort nicht nur aufgefrischt, sondern zugleich überarbeitet und aufgezeichnet. Unterdessen erlebte sie eine skandalbegleitete Reprise in
Paris. Die jetzt vorliegende DVD stammt aus dem Jahr 2011 – und sie berechtigt zu dem Urteil: Diese «Médée» ist eines der...
Fieber? Die Diagnose ginge zu weit. Aber es ist schon eine erhöhte Temperatur, die dieser Italiener aus Oberbayern gerade auslöst. Und das liegt nicht allein an seinem 250. Geburtstag, der am 14. Juni gefeiert wird. Schon seit einiger Zeit entreißt man die Partituren Johann Simon Mayrs, dem missing link zwischen Salieri und Donizetti, den Archiven. 2010 lief an der...
In Palermo wird derzeit ein vokal verheißungsvoller, szenisch streitbarer «Ring» geschmiedet. Die Aufführungen des ersten und zweiten Teils der Tetralogie während der Wintermonate am Teatro Massimo überzeugten zunächst in gesanglicher Hinsicht. Franz Hawlata, das mag nach seinem Sachs in Bayreuth überraschen, sang den Wotan mit solider Legato-Kultur und konziser...
