Am Nerv des Dramas
2008 hatte diese Produktion am Brüsseler Théâtre de la Monnaie ihre Premiere. Drei Jahre später wurde sie dort nicht nur aufgefrischt, sondern zugleich überarbeitet und aufgezeichnet. Unterdessen erlebte sie eine skandalbegleitete Reprise in
Paris. Die jetzt vorliegende DVD stammt aus dem Jahr 2011 – und sie berechtigt zu dem Urteil: Diese «Médée» ist eines der stärksten Musiktheaterereignisse der vergangenen Jahre, Musik und Drama verschmelzen hier wirklich zu einer Einheit.
Gespielt wird die französische Originalfassung von 1797, und im Graben sitzt ein Orchester, das auf die Musik dieser Zeit spezialisiert ist: Les Talens Lyriques. Unter Leitung ihres Gründers Christophe Rousset spielen sie Cherubinis Musik nicht mit klassizistischem Faltenwurf, sondern mit revolutionärem Furor, immer am Nerv der Tragödie.
Das Orchester gibt den dramatischen Pulsschlag vor, die Szene nimmt ihn auf. Krzysztof Warlikowski holt den Mythos ins Heute, ohne ihn kurzschlüssig zu aktualisieren und damit zu trivialisieren. Das moderne Outfit ist lediglich erzählerisches Hilfsmittel, um den antiken Stoff in seiner Zeitlosigkeit darzustellen. Kontrapunktiert wird die Opernhandlung durch die Projektion ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Sprache und Klang, Auge und Ohr, wie geht das zusammen? Mauricio Kagel erfand das
«instrumentale Theater», Dieter Schnebel schrieb «sichtbare Musik», um uns die Grenzen traditioneller Werkvorstellungen und Rezeptionshaltungen vorzuführen. Als Grenzgänger wird heute auch der Komponist Helmut Oehring gefeiert. Zu Laut und Wort tritt bei ihm, dem Kind gehörloser...
arte
1.4. – 1.35 Uhr
Gustavo Dudamel.
Antrittskonzert beim Los Angeles Philharmonic Orchestra 2009. Werke von Mahler und Adams.
1.4. – 6.00 Uhr (1)
3.4. – 6.05 Uhr (2)
4.4. – 6.05 Uhr (3)
Festival d’Aix-en-Provence.
1. Navarra String Quartet. Werke von Viardot, Bellini, Britten, Ibert und Ravel. 2. Arirang-Quintett, Navarra String Quartet. 3. Mozart-Konzert. Mit Mari...
Da wird einer offenbar immer wieder von Neuem von der Magie Janáceks angezogen. Vor einem Jahrzehnt hat Regisseur Robert Carsen sich schon einmal dessen Opernfabel «Das schlaue Füchslein» gewidmet, damals an der Vlaamse Opera in Gent und Antwerpen. Was der Kanadier jetzt an der Elsässischen Rheinoper mit dem Stück anstellt, bietet keine grundsätzlich andere...
