Stadttheater
Es hat seinen besonderen Reiz, Donizettis «Favorite» im Jahr des Wagner-Jubiläums zur Aufführung zu bringen: Die Erstellung des Klavierauszugs war die erste große Auftragsarbeit, die Wagner 1840/41 aus Geldnot für den Pariser Verleger Maurice Schlesinger erledigte (wofür er mit 1100 Francs gar nicht schlecht entlohnt wurde: Ein einfaches Hotelzimmer kostete damals monatlich 30 Francs). Verbittert notierte Wagner in «Mein Leben»: ein «seichtes, höchst unfranzösisches Machwerk», die «schmachvolle» Arbeit am Klavierauszug war ihm «Bußübung».
Der Erfolg dieser Grand Opéra war jedoch durchschlagend: Nach drei Jahren war sie nicht nur in 16 Städten angelangt (inklusive New Orleans!), sondern wurde in der Pariser Oper bis 1918 ganze 692-mal gezeigt, damit Schwergewichte wie «Le Prophète» (573 Aufführungen bis 1912) und «La Juive» (534 bis 1934) hinter sich lassend. Nachdem das Stück jahrzehntelang in der italienischen Rumpfversion aufgeführt wurde, kehrte das französische Original nach einer Wiederaufnahme an der Opéra Comique (1991) ins Repertoire zurück und sollte nun am Théâtre des Champs-Élysées triumphal Einzug halten.
Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt. Die Regisseurin Valérie Nègre ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Hermann Grampp
Fieber? Die Diagnose ginge zu weit. Aber es ist schon eine erhöhte Temperatur, die dieser Italiener aus Oberbayern gerade auslöst. Und das liegt nicht allein an seinem 250. Geburtstag, der am 14. Juni gefeiert wird. Schon seit einiger Zeit entreißt man die Partituren Johann Simon Mayrs, dem missing link zwischen Salieri und Donizetti, den Archiven. 2010 lief an der...
Ein paradoxes Stück, dieser «Mazeppa». Schaurig schön. Bedrängend und berührend, elegisch und explosiv. Unmöglich, sich der zwitterhaften Musik zu entziehen: halb Choroper, halb lyrisches Drama, mit einer symphonischen Battaglia vor dem düsteren Finale. In der zweiten seiner drei Puschkin-Opern nimmt Tschaikowsky kein Blatt vor den Mund: Gewalt und Leidenschaft,...
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