Oh Wort, das mir fehlt
Che l’oratione sia padrona dell’armonia e non serva» – diese Forderung Claudio Monteverdis nach Sinnvermittlung stand als das erste Gebot des Gesangs am Beginn der Oper. Die Forderung ist von vielen Komponisten aufgenommen und paraphrasiert worden.
Nach bitteren Theatererfahrungen mit sinnlos übersetzten oder nach Sängerlaune entstellten Texten schrieb Richard Wagner in seinem Aufsatz «Der dramatische Gesang»: «Die höchste Reinheit des Tons, die höchste Präzision und Rundung, die höchste Glätte der Passagen … wie die höchste Reinheit der Aussprache bilden das Fundament für den Gesangsvortrag.» Woran kann es liegen, dass heute in deutschen Theatern bei Aufführungen deutscher Opern der Text als Obertitel mitlaufen muss? Entweder sind einzelne Sänger der meist multinationalen Ensembles nicht in der Lage, ihre Texte idiomatisch und eloquent zu singen und zu sprechen, oder es fehlt ihnen die vokale Technik, die Worte dergestalt in den Klang zu betten, dass sie verständlich sind. Oft sind es nur Wortfetzen, die den Hörer erreichen.
Ein Beispiel von den Salzburger Festspielen 2006 ist die Aufführung der «Zauberflöte» unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti. Die Rollen der drei ...
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Sir Simon, kurz nach Ihrer Wahl zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker im Jahr 1999 wurden Sie gefragt, was Sie sich von dem neuen Job erhoffen. Ihre Antwort war damals: durch die Arbeit mit dem Orchester zu lernen. Was haben Sie während Ihrer ersten fünf Berliner Jahre gelernt?
Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht mindestens zehn Dinge von den...
Warum Düsseldorfs Opernchef Tobias Richter als letzte Neuproduktion für die räumlich beengte Ausweichspielstätte RheinOperMobil ausgerechnet Charles Gounods «Faust» auf den Spielplan setzte, bleibt auch nach Besichtigung des musikalisch-szenischen Ergebnisses eine offene Frage. Nicht die frühe Dialogfassung von 1859 wird gespielt, sondern die erheblich erweiterte,...
Rimsky-Korsakows «Goldener Hahn» wollte in Dortmund nicht so recht die Flügel schlagen. Die «unglaubliche Geschichte» – so der Untertitel der Oper – fußt auf Alexander Puschkins gleichnamiger Verserzählung und ist, wie diese, Märchen und Groteske in einem. Ungleich schärfer noch als die Vorlage ist Rimskys Oper aber auch eine politische Satire auf die...
