Immer in Bewegung
Sir Simon, kurz nach Ihrer Wahl zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker im Jahr 1999 wurden Sie gefragt, was Sie sich von dem neuen Job erhoffen. Ihre Antwort war damals: durch die Arbeit mit dem Orchester zu lernen. Was haben Sie während Ihrer ersten fünf Berliner Jahre gelernt?
Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht mindestens zehn Dinge von den Philharmonikern gelernt hätte. Und ich hoffe, dass ich ihnen hin und wieder auch ein paar Dinge mitgeben konnte.
Wenn man mit einem Spitzenorchester wie den Berliner Philharmonikern zu tun hat – und von dieser Kategorie gibt es sehr, sehr wenige –, sind alle «normalen» Regeln außer Kraft gesetzt. Wer von einem solchen Orchester aufgenommen wird, spürt sofort, dass es da nicht nur um die korrekte Ausführung eines Notentextes geht, nicht nur um den Anfang einer Note, sondern auch um deren Mitte, Ende, Farbe, Umgebung usw. Das Musizieren erreicht ungeheure Kultur und Komplexität. Es ist für mich faszinierend und lehrreich zugleich, wenn ich sehe, wie bei den Philharmonikern verschiedene Generationen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen zusammenwirken. Mir ist wichtig, dass die Jüngeren sehr genau auf die ...
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Die Reihe der Live-Mitschnitte konzertanter Opernaufführungen mit Colin Davis und dem London Symphony Orchestra geht in die nächste Runde. Nach «Falstaff», «Les Troyens» und «Peter Grimes» liegt nun auch Beethovens «Fidelio» vor. Erstmals jedoch handelt sich um eine SACD-Produktion.
Der Unterschied zwischen dem Stereo- und Surround- Format ist hier so deutlich zu...
Sein ganzes Komponistenleben lang war Leonard Bernstein ein eifriger Grenzgänger zwischen «ernster» und unterhaltender Musik, dabei dem etwas pauschalen Motto folgend, es gebe keine Trennung zwischen E und U, sondern bloß zwischen guter und schlechter Musik. Nur die Oper ging ihm nie wirklich von der Hand – obwohl er immer davon träumte, die große amerikanische...
Athens Megaron ist nicht irgendein Ort, um «Elektra» zu spielen. Das historische Mykene liegt nur eineinhalb Autostunden entfernt. Wenn die Mythe nicht lügt (was sie laut Ernst Bloch gern tut), dann kann man sich dort das Badezimmer vorstellen, in dem Agamemnons Schädel gespalten wurde – von seiner Frau. Hügelabwärts liegen die Tholosgräber der Atridensippschaft....
