Gentleman-like
Die Reihe der Live-Mitschnitte konzertanter Opernaufführungen mit Colin Davis und dem London Symphony Orchestra geht in die nächste Runde. Nach «Falstaff», «Les Troyens» und «Peter Grimes» liegt nun auch Beethovens «Fidelio» vor. Erstmals jedoch handelt sich um eine SACD-Produktion.
Der Unterschied zwischen dem Stereo- und Surround- Format ist hier so deutlich zu hören wie sonst nur selten. Hört man etwa die Ouvertüre nur Stereo, klingt das Orchester kühl und brillant, die Bläser wirken spitz.
Völlig anders – abgesehen von der erwartbar größeren räumlichen Wirkung – das Ergebnis im 5.1-Modus: Den Hörer erwartet ein warmes, aber auch leicht breiiges, molliges Klangergebnis, mit deutlich mehr Hall und weniger Schärfe. Die Kontrabässe in «Nur mutig fort» dröhnen deutlicher und mit unwiderstehlicher Wucht. Die Vorteile dieser Technik werden vor allem im Quartett des zweiten Aktes «Er sterbe» deutlich – der vom dramatischen Impetus der Aufführung her stärksten Szene dieser Aufnahme. Das Stereo-Klangbild punktet zwar durch größere Brillanz, doch die authentischere Aufführungssituation vermittelt sich, nicht zuletzt dank der klareren, weil breiteren Aufteilung der Stimmen, im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Klage «Manca la diva» kann man heute nur noch selten erheben, wenn es um Aufführungen des romantischen Belcanto-Repertoires geht, und auch die Tenöre singen technisch und stilistisch meist kompetenter als ihre Vorgänger vor einem halben Jahrhundert. Doch die Frage, wie man den Werken szenisch adäquat beikommt, ohne den Primat des Gesangs anzutasten, wird in den...
Wohnst du noch oder stirbst du schon? Schwedenmöbel und der Atriden-Clan – das will so scheinbar gar nicht zusammenpassen. Trotzdem sieht’s bei Calixto Bieitos Auseinandersetzung mit dem «Elektra»-Stoff in der Hofmannsthal-Strauss’schen Version auf der Drehbühne des Theaters Freiburg aus wie in den Ausstellungsräumen eines Möbeldiscounters. Hübsch hässlich haben...
«Wir fragen uns heute, wie es möglich sein kann, anders zu arbeiten.» Mariame Clément, die junge franco-iranische Regisseurin, die seit ihren Debüts in Biel, Lausanne, Bern, Lübeck und Straßburg mit einer Überfülle an Einfällen, kleinen Geschichten und feinen Assoziationen auffällt, hat in ihrer kurzen Karriere bisher meist mit der Ausstatterin Julia Hansen...
