Mozart aus New York, Verdi unter der Hafenbrücke
Wenn die Wirtschaft strauchelt und die Touristen wegbleiben, müssen sich Kulturschaffende, zumal in einer nicht gerade als kunstsinnig geltenden Nation wie Australien, umso stärker um Geldgeber bemühen und umso engagierter um ihr Publikum werben. So ist in den Opernhäusern die Zahl der Besucher zurückgegangen, besonders in Sydney, wo man aufgrund einer vergleichsweise geringen Platzkapazität höhere Kartenpreise verlangen muss.
Die Bilanz von Opera Australia, der sogenannten «national company» des fünften Kontinents, ist deprimierend: Zwischen 2009 und 2011 verlor das Haus rund 16 Prozent seiner «Kundschaft»; die Einnahmen aus Ticketverkäufen sanken im selben Zeitraum um 13 Prozent. Die staatlichen Subventionen decken derzeit knapp 20 Prozent der Betriebsausgaben. So wird die Finanzierung der Kompanie immer schwieriger.
Lyndon Terracini, der noch relativ neue Künstlerische Leiter der Kompanie (und Lieblings-Bariton Hans Werner Henzes), konnte in der ersten von ihm verantworteten Spielzeit also keine großen Sprünge riskieren. Auch deshalb, weil das Management wenig Mut zum Risiko zeigt. So setzte Terracini für die Saison 2012 größtenteils auf Breitenwirkung, wollte insbesondere ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Magazin, Seite 84
von John Carmody
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