Monsterjagd

Jonathan Dove hat für die Berliner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra und das Festival Aix-en-Provence eine Community-Oper geschrieben. Uraufgeführt wird «Was lauert da im Labyrinth?» am 20. Juni in Berlin, insgesamt musizieren in den drei Städten rund 1000 Amateure unter Simon Rattle

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Jonathan Dove, Sie haben Ihr Handwerk vor allem in der Praxis gelernt?
Nach dem Studium in Cambridge bei Robin Holloway war ich gut zehn Jahre als Korrepetitor, Begleiter, Arrangeur unterwegs, da lernt man, wie Oper funktioniert. Unter anderem habe ich für Graham Vick die «West Side Story» als Community-Oper eingerichtet – schon in den Achtzigern ein ganz ähnliches Konzept wie für Tippetts «The Ice Break» [siehe Seite 76]. Ich schrieb dann drei Community-Opern für Glyndebourne, so fing es an.

Und auch wenn danach viele «konventionelle» Opern entstanden, bin ich an dem Thema immer drangeblieben. Weil ich das einfach wichtig finde.

Wie komponiert man eine Community-Oper?
Damit Amateure zur nächsten Probe wiederkommen, brauchen sie eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Und sie müssen die Musik bewältigen können. Das heißt: packende Rhythmen, Melodien, die ins Ohr gehen, Instrumentales, das genug Orientierung gibt.

Sie müssen quasi an einen allen gemeinsamen Nenner anknüpfen?
Genau. Aus Kompositionsworkshops kenne ich die musikalischen Vorstellungen von Menschen ganz gut, die Musik lieben, aber nicht die klassische Ausbildung haben, also etwa keine Noten lesen können.

Heißt ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Wiebke Roloff

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