Maßgeschneidert für den Betrieb
Etwas vom Besten, was Pascal Dusapin der Welt geschenkt hat, ist seine Klanginstallation «Mille plateaux», die 2014 bei den Donaueschinger Musiktagen vorgeführt wurde. Wer dieses audiovisuelle Kunstwerk aufsuchen wollte, musste eine Art Licht-Schleuse passieren und gelangte dann in einen rabenschwarzen Raum, wo ihn das Brausen eines mal stärkeren, mal schwächeren Sturms und das Rauschen von Regen in unterschiedlicher Heftigkeit empfingen.
Hilflos, ohne jede Möglichkeit der Orientierung war man als Besucher auf sich selbst zurückgeworfen; ein weiterer Schritt, so der Eindruck, könnte sowohl in fatale Leere als auch zu abrupter Begegnung mit einem anderen menschlichen Körper führen.
Ein wenig Licht gab es zwar in dieser von den Elementen gepeitschten Dunkelheit, doch erzeugte es eher Schwindelgefühle, als dass es Hilfe geboten hätte. Es stammte von transparenten Wänden, die den nach und nach als weitläufig erkennbaren Raum durchzogen – und vor denen, ebenfalls nach und nach, auch andere Menschen sichtbar wurden. Auf diesen Wänden erschienen abstrakte, ins Riesige vergrößerte Zeichnungen, die durch digitale Bearbeitung in Bewegung versetzt waren. Je länger man sich in diesem Ambiente ...
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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 50
von Peter Hagmann
Impressum
56. Jahrgang, Jahrbuch 2015
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISBN 978-3-942120-17-3
Best.-Nr.752973
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 07.09.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann...
Wie eine Walze aus Leibern rollt der Chor die Terrassenbühne hinunter auf das Publikum zu. Bildet einen Schwarm, der sich zusammenzieht, auseinanderstiebt. Beben der Furcht, Wogen der Ekstase, Stürme der Wut: Masse ist Macht.
Es gibt Chordirigenten, die «Moses und Aron» nachts nicht schlafen lässt. Schönbergs Oper ist kein Zuckerschlecken. Abhängig von totaler...
Strauss’ «Daphne» (mit Agneta Eichenholz in der Titelpartie) verortet Christof Loy «in einem Klima kaum mehr nur latenter Gewalt und permanenter männlicher Brunft» (OW 4/2015). Was am Theater Basel zu besichtigen war, «kann man das Prinzip Loy nennen. Es ist das Prinzip Verknappung, das Prinzip Andeutung.»
«Die Sache mit der großen Liebe, der wahren, alles...
