Masque ohne Mätzchen
Das Erlanger Markgrafentheater realisiert alljährlich ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Staatstheater Nürnberg und der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg. Das Repertoire ist zumeist barock, die Musiker sind vorwiegend jung, inszenatorisch geht es eher heiter zu. Nach Purcell und Gluck widmete man sich in diesem Jahr einer bis jetzt in den Archiven schlummernden Händel-Oper, dabei lud sich der scheidende Nürnberger Intendant Wulf Konold gleich selbst als Regisseur ein.
Für «Alceste oder Die Wahl des Herkules» erstellte die junge Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin Tina Hartmann eine neue, recht eigenständige Textfassung, denn das Original ist verschollen. 1749 beauftragte der Londoner Operndirektor John Rich Händel mit einem Werk für Covent Garden, den Text lieferte der damals überaus einschlägige Dramatiker und Satiriker Tobias Smollett. Kurz vor der Uraufführung bebte die Erde in und um London, das potenzielle Publikum floh aufs Land, und die Financiers zogen sich diskret zurück. Smolletts Text wurde nie gedruckt, Händel verwendete Teile seiner Musik in anderen Werken wie dem Oratorium «The Choice of Hercules».
Für die Erlanger Produktion hat sich Tina Hartmann bei diversen ...
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Ursula Nusser: Herr Mösch, stehen wir vor einer Karajan-Renaissance?
Stephan Mösch: Das würde ich nicht sagen. Solche Jubiläen haben ja immer viel mit medialem Geklingel zu tun. Ich denke, es ist wichtig, Karajan aus dem Abstand heraus zu sehen. Wir brauchen zu diesem hundertsten Geburtstag weder eine Verherrlichung noch eine Verdammung oder Verachtung Karajans....
Zur Eröffnung des neu erbauten Teatro La Fenice am 16. Mai 1792 schrieb Graf Alessandro Pepoli, ein brillanter venezianischer homme de lettres, das ambitionierte Familiendrama «I Giuochi d’Agrigento» («Die Sportwettspiele von Agrigent») und Giovanni Paisiello, der gerade mit seiner sensationell erfolgreichen «Nina» ein neues Genre in Europa etabliert hatte, eine...
Seit Anfang des Jahres fixierten in der Londoner Untergrundbahn zwei auffällige Augenpaare eilige Hauptstädter und schlenzende Touristen: zwei Bilder, zwei Mädchen, kaum Frauen schon. Eine Lolita, mit lasziv halb geschlossenen Augen, vollroten Lippen machte herausfordernd Werbung für die neue «Salome» an der Royal Opera; ein selbstbewusst-traurig den Betrachter...
