Kontraste

Valer Sabadus erkundet Antonio Caldara, Max Emanuel Cencic feiert die Neapolitanische Schule

Opernwelt - Logo

Zwei neue CD-Programme von zwei der besten Countertenöre unserer Tage mit Kompositionen aus dem 17. Jahrhundert. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Was Sängertypus, Konzeption und Interpretation betrifft, könnten die Produktionen kaum unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite steht Max Emanuel Cencic, der mit knapp 40 Jahren schon zu den Altmeistern seines Fachs gehört. Auf der anderen der zehn Jahre jüngere Valer Sabadus – auch er mischt längst in der ersten Counter-Riege mit.



Sabadus singt Arien des Venezianers Antonio Caldara, und zwar ausschließlich solche, die für Gesangsstimme und konzertierende Solo­instrumente gesetzt sind. Ein Repertoire, das immer wieder mit besonderen Klangeffekten überrascht. Etwa mit der fast schon skurrilen Kombination von Traversflöte und Chalumeau in der bukolischen Nummer «Questo è il prato» (aus «Nigella e Tirsi»). Oder mit der wiederholten Verwendung des Salterios, einer Art Hackbrett, dessen quecksilbriger Klang eine ganz eigene Atmosphäre evoziert. Im Grunde haben wir es mit Duetten zu tun, in denen die Instrumente nicht selten die Grundstimmung der Stücke prägen. So teilt sich Sabadus die Bühne mit den hervorragenden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Björn Woll

Weitere Beiträge
Rieselnde Zeit

Die schwebende Kantilene des Vorspiels, mit der Verdi Liebe und Tod der Violetta auf den Plan ruft, lässt Daniel Barenboim von den vierfach geteilten Streichern fein schattiert auftragen. Und er fügt den Phrasen eine Emphase des Seelischen hinzu: So nachdrücklich im An- und Abschwellen der Töne hört man das Preludio selten. Auf der Bühne begibt sich währenddessen...

Stimmfutter für Fortgeschrittene

Obwohl sie nicht wirklich ein Repertoirestück geworden ist wie «Norma» oder «La sonnambula», gibt es von Bellinis (nicht auf Shakespeare, sondern auf Matteo Bandellos Novelle zurückgreifender) Romeo-und-Julia-Version «I Capuleti e i Montecchi» nicht weniger als 20 Aufnahmen. Bei den meisten handelt es sich um Live-Mitschnitte, der letzte (mit Anna Netrebko und...

Assoziationen, Beziehungen, Analysen

Ian Bostridge ist nicht der erste Liedersänger, der sich als Autor profiliert. In Lotte Lehmann, Charles Panzéra, Aksel Schiøtz, Pierre Bernac und nicht zuletzt Dietrich Fischer-Dieskau hat er prominente Vorgänger, die sich auch schriftstellerisch mit dem Gegenstand ihrer Kunst befasst haben. Dabei kommt es dem englischen Tenor nicht so sehr darauf an, seinem...