Komische Opern
Herr Jacobs, Sie dirigieren in Wien den «Barbier von Sevilla» – aber nicht den von Rossini ...
Nein, das wäre ein noch größerer Schritt für mich gewesen. Mir geht es vorerst um den «Barbiere» von Giovanni Paisiello. Mozart fand Paisiello dermaßen gut, dass er dessen «Barbiere» eben deshalb fortsetzen wollte. Noch Rossini hatte Angst, dass sein «Barbiere» durchfallen würde, weil der Vorläufer von Paisiello so stark war. Das Lach- und Niesduo zwischen Bartolo und zwei Dienern hat er nicht einmal zu imitieren gewagt, so großartig ist es.
Um die komische Oper aus Italien haben die Spezialisten der Alten Musik bislang einen großen Bogen gemacht. Warum?
Man hat die Komische Oper für zu leicht befunden. Und unterschätzt. Auch ich muss zugeben, dass ich erst durch den Intendanten des Theaters an der Wien, Roland Geyer, darauf gestoßen wurde. Das war nicht meine Wahl. Jetzt aber möchte ich gern auch Cimarosa machen. Und in zwei Jahren Salieris «Falstaff».
Warum liegt auch bei Ihnen die Beschäftigung mit der Komischen Oper so lange zurück!??
Je älter ich werde, desto mehr zieht mich das Ernsthafte in seinen Bann. Ich habe früher viel Komische Oper gemacht. Gassmanns «L’opera seria», eines der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser
Niccolò Jommelli, dessen Schaffensperiode sich von 1737 bis 1772 erstreckt, ist mit Abstand der begabteste und interessanteste italienische Opernkomponist jener Dekaden, ja sogar eine der bedeutendsten Erscheinungen des gesamten 18. Jahrhunderts», so David Kimbell in seinem Standardwerk «Italian Opera». Und der britische Gelehrte stellt fest: «Keinem andern großen...
Das Geschäftsmodell hat damals gar nicht schlecht funktioniert. Komponist und Librettist konzipierten eine Huldigungsoper, bezahlen musste sie der Adressat beziehungsweise der diplomatische Vertreter, der gerade in Hamburg ansässig war. Auf diese Weise kam auch 1702 am Gänsemarkt Reinhard Keisers «Sieg der fruchtbaren Pomona» zur Uraufführung. Man feierte den 31....
Wenn ein Gelehrter seine Seele dem Teufel verkauft, wird daraus Welttheater. Tut es ein simpler Jäger, endet es in einer Schauer-Story mit moralinsauer erhobenem Zeigefinger. Insofern hat Max gegenüber Faust keine Chance. Dass man jedoch auch der Geschichte vom Freischützen eine kulturphilosophische Grundierung geben kann, bewies nicht zuletzt der diesjährige...
