Humor ist, wenn man über sich selbst lacht
In den zehn Jahren mit Pierre Audi an der Spitze ist das Holland Festival zu einem Labor des Musiktheaters geworden. Die jüngste Uraufführung in der Amsterdamer Stadsschouwburg zeugte erneut davon. Wer durch das prachtvoll ausstaffierte Treppenhaus des alten Amsterdamer Stadttheaters nach oben strebt, gelangt zu einem viel versprechenden Dachboden. Denn oben, auf die Stadsschouwburg draufgesetzt und weiter als Verlängerung an das Gebäude angefügt, findet sich ein Saal, der ganz unterschiedlich konfiguriert werden kann.
Ein gewöhnlicher Theaterraum mit Orchestergraben und Bühne kann er sein. Dieses Mal aber sind die Sitzplätze im Rund angeordnet, agieren die Darsteller auf einer Drehbühne im Zentrum und wirkt das Instrumentalensemble auf einem Podest am Rand. Steile Rampen führen mitten unters Publikum, über den Köpfen schweben Leinwände, auf denen das Geschehen durch Videokameras vervielfacht und vergrößert wird.
Multimedia im Musiktheater, einmal mehr? Falsch: Dieser Abend gehörte zum Interessantesten und Amüsantesten, was in der jüngeren musiktheatralischen Vergangenheit erprobt worden ist. Kein gesuchter Konstruktivismus, kein Bierernst, auch keine Blödheit. «Laika» nennt sich ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Peter Hagmann
Von schnödem Mammon und männlicher List verführt: Die tragische Geschichte der Manon Lescaut besitzt seit jeher eine prekäre Nähe zum B-Movie-Kitsch. In Jonathan Kents Inszenierung der gleichnamigen Puccini-Oper am Londoner Royal Opera House wird sie wie ein solcher Film erzählt. Der Niedergang der Titelheldin – Kristine Opolais gibt sie mit umwerfender Bühnen-...
Er brauchte einer nur ins Auge zu schau’n, und schon war er hin. Ein Pan, dieser Leos Janácek, ein homme à femmes, wenngleich seine Altersbeziehung zur jungen Kamila Stösslová vor allem den Briefträger beschäftigte. Auch bei Liska Bystrouska, der gewitzten Füchsin, war Kamila das Vorbild, und im beständigen Denken an sie zeichnete der Komponist musikalisch ein...
Der Komponist Gerhard Stäbler (Jahrgang 1949) gehört zu den Künstlern, die auf Messers Schneide operieren. Die gleichermaßen der angeblich reinen Autonomie des Ästhetischen (zumal der Systemgläubigkeit der Darmstädter Serialismus-Schule, die so monolithisch-dominant freilich gar nicht war) wie der Traditionsgattung Oper misstrauen, aber auch dem postmodernen...
