Kreuchen und Fleuchen

Janácek: Das schlaue Füchslein Wien / Staatsoper

Opernwelt - Logo

Er brauchte einer nur ins Auge zu schau’n, und schon war er hin. Ein Pan, dieser Leos Janácek, ein homme à femmes, wenngleich seine Altersbeziehung zur jungen Kamila Stösslová vor allem den Briefträger beschäftigte. Auch bei Liska Bystrouska, der gewitzten Füchsin, war Kamila das Vorbild, und im beständigen Denken an sie zeichnete der Komponist musikalisch ein liebend-elementares Urbild des ewig Weiblichen, eingebettet in die Parabel vom Kreislauf des Werdens und Vergehens. Neunzig Jahre nach der Uraufführung in Brünn kam «Das schlaue Füchslein» nun auch an die Wiener Staatsoper.



«Ist’s Märchen oder Wahrheit?», sinniert der Förster am Schluss. Märchen, entschied Otto Schenk, der Regie-Altmeister. Und das «Aaah» der Opern-Gourmets beim Öffnen des Vorhangs war nachgerade körperlich spürbar. Denn Amra Buchbinder schuf ein Bühnenbild wie aus dem Märchenbuch, eine Kathedrale aus Bäumen – man ­erinnerte sich an Schenks Inszenierung von Dvoráks «Rusalka» in den 1980er-Jahren, als Günther Schneider-Siemssen mit ähnlichem Dekor dafür sorgte, dass man sich wie ein Kind auf Großmutters Knien fühlte. Nun erzählt Schenk in solcher Szenerie die Geschichte von Leid, Flucht, Liebe und Tod des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Vom Komischen ins Kosmische

Wir feiern, was uns kostbar ist. Und kostbar waren den Fürsten des Nordens die goldenen Äpfel des Südens, die Orangen, für deren Bäume sie große Orangerien bauten, um sie im Winter vor Frost zu schützen. Die Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci, geleitet von Andrea Palent, hatten etwas zu feiern: ihr 60-jähriges Jubiläum. Und da das Thema dieser Saison ohnehin...

TV-Klassiktipps

arte

1.8. – 5.10 Uhr
7./12.8. – 5.15 Uhr
18.8. – 5.20 Uhr
Maria João Pires spielt
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2. Orchestre de Paris, Riccardo Chailly. Salle Pleyel, Paris.

3.8. – 18.30 Uhr
8./13.8. – 5.15 Uhr
Schostakowitsch: Violinkonzert Nr. 1.
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Paavo Järvi. Solistin: Viktoria Mullova, Violine.

4./15.8. – 5.10 Uhr
21.8. – 5.20 Uhr
2...

Humor ist, wenn man über sich selbst lacht

In den zehn Jahren mit Pierre Audi an der Spitze ist das Holland Festival zu einem ­Labor des Musiktheaters geworden. Die jüngste Uraufführung in der Amsterdamer Stadsschouwburg zeugte erneut davon. Wer durch das prachtvoll ausstaffierte Treppenhaus des alten Amsterdamer Stadttheaters nach oben strebt, gelangt zu einem viel versprechenden Dachboden. Denn oben, auf...