Halbes Glück
Unbemerkt, wie schon in den ersten beiden Akten, hat Christian Thielemann sich zum Pult geschlichen und will eben den ersten Violinen den Einsatz geben zum auftaktigen Quintensprung b–f’ des dritten Aufzugs. Doch kaum wird man seines Scheitels ansichtig, brechen die Bravos los. Willkommen in Salzburg; ein neues Jahr, ein neues Glück. Während die Berliner Philharmoniker nach 45 Jahren an der Salzach sich nun im Badischen umtun, treten Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden an ihrer Stelle die österliche Regentschaft an.
Wobei man sich, wie Thielemann am Morgen danach in einer Pressekonferenz verkündete, gegenseitig Erfolg wünschte – per SMS. Fein.
Auch mit den Berlinern unter Simon Rattle wäre es ja «Parsifal» geworden, zum Wagner-Jahr, wiewohl – nach den Eindrücken vor ein paar Jahren an Covent Garden und danach an der Wiener Staatsoper – das Stück nicht unbedingt zu Rattles Stärken gehört. Thielemann wiederum ortet es eindeutig in Bayreuth. In seinem Buch «Mein Leben mit Wagner» stellt er fest: «‹Parsifal› ist das einzige Musikdrama Wagners, das dem gedeckelten Orchestergraben und der Bayreuther Akustik wirklich auf den Leib geschrieben wurde.» Und wer miterlebt hat, ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Gerhard Persché
Der Grundidee begegnete man schon in Achim Freyers Stuttgarter «Freischütz»-Konzept von 1980. Dort berief sich der Regisseur auf Folklore und Kasperletheater, stattete das Werk entsprechend aus und ließ die Personen – wie Sebastian Baumgarten jetzt in Bremen – mit hölzernen Bewegungen wie Puppen agieren. Wobei Freyer allerdings niemals – so schrieb Imre Fabian...
Ein Schluss, wie er im Buche steht. Längst haben Hagens Mannen Siegfrieds Katafalk aus Stühlen aufgeschichtet, als Brünnhilde erscheint, das Gesicht unterm Witwenschleier verhüllt und ein Flämmchen tragend, als wär’s das der Freiheitsstatue. Selbst wenn sie sich am Ende nicht aufs hohe Ross schwingt, scheint das ganze Theater unter ihren Füßen zu entflammen. Wüstes...
Herr Beczala, das Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon hätten Sie doch auch Ihrem polnischen Landsmann Jan Kiepura widmen können.
Sie haben Recht! Jan Kiepura ist auch heute noch für jeden Polen der Tenor schlechthin. Wenn ich die CD stattdessen Richard Tauber gewidmet habe, so meine ich damit eine ganze Reihe von Tenören der damaligen Zeit, z. B. auch Peter...
