Apropos... Operette

Piotr Beczala, geboren 1966 im schlesischen Czechowice-Dziedzice, gehört zu den wichtigsten lyrischen Tenören der Gegenwart. Im Mai singt er Alfredo an der Bayerischen Staatsoper und danach Roméo in Wien. Sein Debüt-Album «Mein ganzes Herz» widmet er dem Operetten­repertoire von Richard Tauber.

Opernwelt - Logo

Herr Beczala, das Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon hätten Sie doch auch Ihrem polnischen Landsmann Jan Kiepura widmen können.
Sie haben Recht! Jan Kiepura ist auch heute noch für jeden Polen der Tenor schlechthin. Wenn ich die CD stattdessen Richard Tauber gewidmet habe, so meine ich damit eine ganze Reihe von Tenören der damaligen Zeit, z. B. auch Peter Anders und Herbert Ernst Groh. Auch für Franz Völker war Operette noch ein ganz übliches Repertoire. Das gilt bis zu Nicolai Gedda und René Kollo. Erst heute scheint diese Tradition abgerissen.

Einen Titel singen Sie im Duett mit Tauber. Ist er Ihnen so wichtig?
Richard Taubers extreme Ausdrucksmittel machten ihn zu einem Pop-Star seiner Zeit. Die Schluchzer hat man ihm ebenso wenig zum Vorwurf gemacht wie Michael Jackson sein Fisteln. Es war übrigens gar nicht so einfach, die ­Rubati von Tauber vom Orchester übernehmen zu lassen. Er war einmalig!

Warum ist Operette so schwer?
Weil die Bandbreite der Dynamik und der Stimmungen größer ist als bei der Oper. Viele Tenöre haben Schwierigkeiten mit der Flexibilität in den Duetten und mit dem Wechsel zur Sprechstimme. Außerdem muss die Besetzung auf höchstem Niveau sein, sonst fliegt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Kai Luehrs-Kaiser

Weitere Beiträge
Was ist deutsch?

Der Autor, Historiker am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, verspricht uns ein Buch «um Wagners Nachleben, um seine Rezeption in der deutschen Gesellschaft, um die Akzeptanz und die Abgrenzung von einer Idealfigur», deren Werk wie der damit verbundene Wagnerismus «als Bestandteile der deutschen Geschichte zwischen 1883 und 2013» (S. 14) bezeichnet...

Zu Wagner nichts Neues

Während es ringsherum neue «Parsifal»-Produktionen hagelt, hält die einst als «Bayreuth am Rhein» geltende Rheinoper sich im Wagner-Jahr eher zurück. Lediglich einen neuen «Tannhäuser» bringt sie im Mai heraus. Als eigentlichen Beitrag zum Jubiläumsjahr versteht das Haus die bei Helmut Oehring in Auftrag gegebene Uraufführung «SehnsuchtMEER oder Vom fliegenden...

Schlafende Schöne

Schon im fünften Jahr in Folge nimmt sich Kassels Staatstheater eine Barockoper vor. Nach der gelungenen Inszenierung von Alessandro Scarlattis «Griselda» in der letzten Spielzeit (Regie: Stephan Müller) war nun Vivaldis «L‘Olimpiade» zu erleben – nach Schwetzingen 2007 erst zum zweiten Mal in Deutschland.

Es geht in der verwirrenden Handlung aus der Feder...