Grande Dame Chansonnette

Soile Isokoski und Natalie Dessay mit französischen Liedern von Berlioz bis Poulenc

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Unterschiedlicher als bei Soile Isokoski und Natalie Dessay können Liedinterpretationen desselben Repertoires kaum ausfallen. Das liegt bei diesem CD-Vergleich zwar auch am Kontext – die Finnin wird vom klang-opulenten Helsinki Philharmonic Orchestra unter John Storgårds, die Französin vom Pianisten Philippe Cassard begleitet –, ist aber mehr noch dem gegensätzlichen Stimmtypus wie Temperament der beiden Sopranistinnen geschuldet.



Isokoski ergänzt die attraktive Koppelung der beiden bedeutendsten Orchesterliederzyklen der französischen Romantik, Hector Berlioz’ «Les Nuits d’été» und Ernest Chaussons «Poème de l’amour et de la mer», durch drei Lieder Henri Duparcs in der Orchestertranskription des Komponisten («Le Manoir de Rosemonde», «L’Invitation au voyage» und «Chanson triste»). Obwohl sie bereits auf die Sechzig zugeht, verfügt sie über eine glänzende Technik und makellose Intonation, vermag berückende Legatobögen zu spannen, die Spitzentöne leuchtend zu fluten und wird stimmlich gleichermaßen den subtil abgestuften Nuancen bei Berlioz wie der schwarzen Fin-de-Siècle-Melancholie Chaussons gerecht. Bewundernswert schließlich ihre skrupulöse Genauigkeit gegenüber dem ...

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Opernwelt November 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Uwe Schweikert

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