Entführung aus dem Fundus
Louis Spohr spielt als Opernkomponist nur eine Nebenrolle im Repertoire. Allenfalls «Jessonda» und seine Vertonung des Faust-Stoffes sind ab und an zu sehen. Kaum mehr als eine Ahnung hat sich beim Publikum davon bewahren können, welch einflussreiche und hoch geschätzte Künstlerpersönlichkeit Spohr zu Lebzeiten war. «Avantgardist des Musiklebens seiner Zeit» hat ihn die Nachwelt gar betitelt. In diesem Jahr gibt es nun Anlass zur Erinnerung.
Spohrs 150. Todestag ist zwar erst am 22.
Oktober, das Staatstheater Braunschweig hat den Sohn der Stadt aber schon jetzt mit einer Premiere geehrt. «Der Alchymist» aus dem Jahr 1830 kam dort auf die Bühne. Gut 170 Jahre war Spohrs Oper nicht zu hören – eine wahre Wiederentdeckung. Der Dirigent Christian Fröhlich hat eine praktische Fassung eingerichtet, Regisseur Uwe Schwarz, langjähriger Oberspielleiter am Haus, eine Bearbeitung der Dialoge vorgenommen. Spohr kehrt beim «Alchymisten» zur Nummernoper zurück. Die gesprochenen Dialoge übersetzt Uwe Schwarz in eine neue Sprache. Heutiger und verständlicher wirkt die aber kaum.
Die Geschichte kreist um den Alchymisten Don Felix de Vasquez. Er steht für den in sich gekehrten, nach den ...
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Der Himmel von Wolken grau verhangen. Der steife Wind jagt die Regenböen über die Förde: ein – fast möchte man sagen typisches – Mai-Wochenende in Kiel. Man kann den Seeleuten nachempfinden, dass es sie bei solchem Wetter in die Ferne zog, und man ist dem Opernhaus dankbar, dass es einlädt zu einem Ausflug ins sonnige Arabien. Mit einer Trouvaille obendrein.
Der...
Unser Österreich-Korrespondent zuckte nur mit den Achseln: Eine Überraschung sei das nicht. Jeder habe es erwartet. Nehmen wir also zur Kenntnis: Der Chef der Salzburger Festspiele heißt ab Herbst 2011 Alexander Pereira. Schon als Gerard Mortier nach zehn ungemein produktiven Jahren Salzburg verließ, war Pereira im Gespräch. Und dann wieder, als Mortiers Nachfolger...
Ein Hauch Magie. Natürlich ist diese Geste genau einstudiert, wahrscheinlich dutzende Male geprobt, dennoch erscheint sie wie aus dem Moment heraus geboren. Da steht Sieglinde, innerlich orientierungs- und äußerlich kraftlos, auf wackligen Knien, als Hunding barsch ihre linke Hand ergreift und sie mahnend (oder strafend?) zu sich ziehen möchte, während kurz darauf...
