English Summer
Das Vereinigte Königreich schlingert in schwerer See, lautet derzeit die Diagnose kontinentaler Beobachter – «Brexit»-Wirren und das vorzeitige Fußball-EM-Aus verhagelten den britischen Sommer. Dazu passt die meteorologische Großwetterlage: Wolkenverhangener Himmel und Starkregen trübten im Juni den Country House-Charme der südenglischen Opernfestivals. Doch was unter den Dächern von Grange Park, Garsington und Holland Park geboten wurde, konnte sich hören und sehen lassen.
Lichtblicke gibt es zunächst bei der vor 18 Jahren von Wasfi Kani gegründeten Grange Park Opera im ländlichen Hampshire – die sie auch gebrauchen kann. Weil Kani sich mit den Eigentümern des Anwesens überworfen hat, zieht die Kompanie für die Saison 2017 in ein nagelneues Opernhaus, das derzeit in West Horsley Place in Surrey gebaut wird. In der alten Grange startet Countertenor Michael Chance unter dem Namen The Grange Festival zeitgleich ein eigenständiges Event.
Den diesjährigen musikalischen Auftakt machte Lionel Barts Musical-Klassiker «Oliver!». Bariton Simon Keenlyside ließ in der Partie des Fagin keine Wünsche offen, ebenso wenig sein junger Sängerkollege Charlie Barnard als Artful Dodger. Auch die ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von George Hall
Schon länger machte er sich bei Achim Freyer und Robert Wilson als Co-Regisseur nützlich. Er inszenierte bereits am Salzburger Landestheater und in Wuppertal, jetzt scheint er sich auf den Marsch durch die größeren Institutionen zu begeben. Das Staatstheater Karlsruhe lud Tilman Hecker nun ein, Vincenzo Bellinis Romeo-und-Julia-Oper «I Capuleti e i Montecchi» auf...
Während vor den Bildschirmen draußen am Naschmarkt um Österreichs Fußball bei der EM gezittert wird – was auch die Besucher des «Fidelio» in der Pause mitbekommen können –, halluzinieren wir im Zuschauerraum, der Mann ein paar Plätze weiter sei ein ehemaliger Trainer von Bayern München. Nein, nein, er sieht dem Italiener bloß zum Verwechseln ähnlich. Wäre er’s,...
Was haben die Spätromantik und das erfundene Rokoko des Duos Hofmannsthal-Strauss mit dem Surrealismus zu tun? Auch mit scharfgestellter Dramaturgen-Lupe wollen partout keine belastbaren Verbindungslinien sichtbar werden. Dennoch tappen in Gregor Horres’ Hagener Inszenierung des «Rosenkavalier» immer wieder gesichtslose Männer im schwarzen Anzug mit Bowler-Hut auf...
