Durchkomponiert
Spätestens seit Achim Freyers Stuttgarter Inszenierung von 1980 war gelegentlich zu hören, Carl Maria von Webers «Freischütz» könne man nicht mehr inszenieren. Freyers karikierende Putzigkeit mit Trachtenjungfern, Stofftieren und faschistoiden Sepplhosendeppen schien dieser Art von volkstümlicher Romantik endgültig den Garaus gemacht zu haben. Inzwischen hat aber nicht nur der Spielfilm von Jens Neubert, der das Geschehen in der Zeit der napoleonischen Befreiungskriege ansiedelt, der Oper Facetten jenseits der üblichen Ideologiekritik abgewonnen.
Auch die aktuelle Produktion des Stadttheaters Bern eröffnet dem Werk neue Perspektiven, und das hat vor allem mit der musikalischen Bearbeitung durch Mario Venzago zu tun.
Der Chefdirigent des Berner Sinfonieorchesters, das auch das Theater bespielt, ersetzte die Sprechdialoge durch die Rezitative, die Hector Berlioz 1841 zur Aufführung in der Pariser Opéra komponiert hatte; aus der deutschen Rückübersetzung und dem Original destillierte er neue Texte, fügte sie mit den ebenfalls überarbeiteten Rezitativen von Berlioz zusammen und komponierte noch einiges dazu. Herausgekommen ist mehr als ein Kuriosum. Aus der singspielhaften Folge von ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Max Nyffeler
Impressum
54. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752262
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 12.11.2013
Redaktion:
Albrecht Thiemann (V.i.S.d.P.)
Wiebke...
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