Die zehnte Muse
Ob Mozarts «Zauberflöte», Beethovens «Fidelio», Webers «Euryanthe» oder Verdis «Il trovatore» – stets war es der Librettist, der als ewiger Sündenbock der Operngeschichte für ästhetisch problematische Werke haftbar gemacht wurde. Der Geringschätzung seines Metiers entsprach die fehlende öffentliche Anerkennung und intellektuelle Auseinandersetzung. Erst der amerikanische Kritiker Patrick J. Smith hat 1970 mit seinem Buch «The Tenth Muse» den Bann gebrochen. Den neun Musen der Antike stellt er eine zehnte zur Seite: die des Librettos.
Smiths Spuren folgt auch der umtriebige Hamburger Publizist Hanjo Kesting, wenn er – unter dem unglücklichen Titel «Bis der reitende Bote des Königs erscheint», einem Zitat aus Brechts «Dreigroschenoper» – die noch immer unterbelichtete und zu wenig gewürdigte Gattung der Operndichtung vom Barock bis zur Moderne, von Metastasio bis zu Brecht und Wystan Hugh Auden verfolgt.
Kesting will freilich keine Geschichte des Librettos vorlegen, sondern das Verhältnis, aber auch das Missverhältnis zwischen Oper und Literatur durch die Jahrhunderte ins Blickfeld rücken. Dabei gelingen ihm glänzende Essays – über Mozart und Da Ponte, Meyerbeer und Scribe, Verdi ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Uwe Schweikert
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– Il trovatore: 14., 16.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Eötvös, Tri sestri: 13. (P)., 16., 18., 20.
ML: Schumann, I: Szuchmacher, B+K: Ferrari, S: Vaskeviciute, Laprovskaja, Hasanagić, Garay, Pavón, Guedes
Australien
Adelaide
State...
Die Welt ist eine Scheibe. Eine Drehscheibe, um genau zu sein. Eine die Bühne füllende, mit diskreter Beharrlichkeit rotierende kreisrunde Schräge. Alles dreht sich, alles bewegt sich – meist in Zeitlupe –, manchmal knarzt es wie im wirklichen Leben, und man könnte sich vorstellen, dass Bühnenbildnerin Katrin Lea Tag bei Donizettis «Maria Stuarda» am Theater an der...
Man kann sich das heute kaum noch vorstellen, eine Tatsache ist es dennoch: Bis 1947 hatten die Salzburger Festspiele keine Uraufführungen im Programm. Gottfried von Einems Oper «Dantons Tod» war die erste. Und sie war gleich ein Triumph. Frenetisch bejubelt wurde der junge, 29-jährige Komponist vielleicht auch aus Dankbarkeit. Weil hier jemand eine neue, moderne...
