Die Weichen sind gestellt
Ach, es könnte so schön sein. Vom Dach des neuen Opernhauses sieht man Florenz wie auf einer Postkarte daliegen. Der Turm des Palazzo Vecchio, Giottos Campanile und die Kuppel des Domes, im Hintergrund die weiße Fassade von Santa Croce, wo Rossini begraben liegt. Das alles nicht so weit weg wie das Zentrum von Paris, wenn man es von der neuen Philharmonie aus betrachtet (und dafür fast ein Fernglas braucht). Und auch nicht so weit draußen wie der Parco della Musica in Rom.
Die neue Oper von Florenz ist nur eine Viertelstunde zu Fuß vom historischen Zentrum entfernt, kurz hinter dem alten Teatro Comunale, das sie ersetzt. Ein wuchtig ausladender Bau des Architektenbüros ABDR, dessen Pointe darin besteht, dass sich der vordere Gebäudeblock, der Zuschauerraum und Foyers einschließt, zum Bühnenturm neigt. Diese Neigung ist nichts anderes als eine Cavea, die man hier kaum vermuten würde: ein Open-Air-Auditorium auf dem Dach des Opernhauses. 1500 Leute finden hier auf weißen Marmorbänken Platz. Wie geschaffen für Live-Übertragungen, aber auch Chorkonzerte und Pop. Und dann – eben – dieser Blick auf die Stadt samt umliegenden Toscana-Hügeln. Schön das alles. Alles schön?
Die neue Opera di ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Stephan Mösch
Jubilare
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