Desaster mit Ansage

Für die existenzgefährdende Misswirtschaft am Theater Trier will niemand verantwortlich sein

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Seit der Spätantike wird in Trier Theater gespielt. Und das soll wohl auch künftig so bleiben. Die Stadt sucht nach dem turbulenten Interregnum von Karl M. Sibelius eine frische künstlerische Leitung. Die Eskalation, die zum Rauswurf des Österreichers nach einem guten Jahr führte, war freilich hausgemacht, begünstigt durch Fehlleistungen der Kommunal- und Landespolitik.

Schon die Lage und Ausstattung des 1964 in Betrieb genommenen Gebäudes ist problematisch: Das Foyer liegt quer zum Zuschauerraum, die Zuwege sind alles andere als praktisch, eine adäquate Schauspielbühne gibt es nach wie vor nicht. Überhaupt steht es um die Bühnen in Rheinland-Pfalz nicht zum Besten. Derzeit bildet das Land mal wieder das Bundesschlusslicht bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur.

Vor vier Jahren hatte der Deutsche Kulturrat das Trierer Haus auf seine Rote Liste gesetzt. Damals war ein Mann mit abenteuerlichen Ideen aufgefallen, der in der jüngsten (Existenz-)Krise eine zentrale Rolle spielen sollte: Der Trierer Kulturdezernent Thomas Egger brachte 2011 einen Verkauf des Theaters an private Investoren ins Gespräch, die es sanieren und dann an die Stadt vermieten sollten. Das Nutzungskonzept sah ...

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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Claus Ambrosius

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