Geiz ist geil

Antonio Vivaldis «Bajazet» und André Grétrys «L’ amant jaloux» von der Pinchgut Opera Sydney

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Sydneys Geizkragen-Oper ist ein Widerspruch in sich: Auf den Einspielungen von Vivaldis «Bajazet» und Grétrys «L’amant jaloux» ist sie mit Hörgeschenken äußerst freigebig. Ohnehin macht der Name «Pinchgut Opera» (Pinchgut = Geizhals) Schmunzeln – er geht auf ein vom Volkmund so benanntes Gefängnis im Hafen von Sydney zurück. Nicht, dass die «Pinchguts» die eigene Tätigkeit als kriminell einstuften; man wollte bloß einen Begriff, «der für Sydney typisch ist» und vor allem «an das knappe Budget der Kompanie erinnert».

Aber schon die Adresse Strawberry Hills verheißt definitiv Idyllischeres, was sich auch im Programm widerspiegelt: Man hat sich mit Leidenschaft dem Musiktheater von der Spätrenaissance bis zur Frühklassik verschrieben und seit 2002  fast eineinhalb Dutzend Opernraritäten ausgegraben.

Vivaldis Pasticcio «Bajazet» aus dem Jahr 1735 mit «Beiträgen» von Geminiano Giacomelli, Johann Adolph Hasse, Farinellis Bruder Riccardo Broschi und anderen, wobei angeblich Vivaldis Sänger sich diese aussuchten, ist quasi ein jüngerer Verwandter von Händels «Tamerlano» (1724). In den beiden librettogleichen Werken geht es – mit barocktypischem Drum­herum von Liebeshändeln und Intrigen – ...

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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Gerhard Persché

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