Glücksgriff
Wieder am 12., 14., 16., 18. Juni 2017 in Basel. www.theater-basel.ch
Eigentlich könnte man es sich leicht machen mit «Satyagraha» von Philip Glass: Man lässt die Räucherstäbchen süßlich nebeln, dazu die Musik sanft und monoton in die Gehörgänge laufen (die minimalen rhythmischen Verschiebungen und harmonischen Progressionen stören nicht weiter) und den Geist langsam ins Nirwana trudeln. Dort angekommen, würde die Gandhi-Oper von 1980 sofort als Dokument einer Zeit einleuchten, in der der Buddhismus (dem auch Glass sich zurechnete) vor allem zur Flucht aus der westlichen Raubtiergesellschaft diente.
Mittlerweile aber sind die Aussteiger von damals selbst zu Raubtieren geworden und Mohandas Gandhi eine etwas verbrauchte Ikone aus den Postkarten-Grabbelkisten der Esoterikläden. Warum dann die aufwändige szenische Wiederbelebung des zeitverhafteten «Satyagraha» am Theater Basel?
Der 80. Geburtstag des Komponisten im vergangenen Januar ist sicher ein Anlass. Der Grund der Neuinszenierung ist ehrbarer: Man will es sich eben nicht leicht machen mit Glass und den Hoffnungen seiner Generation, von Gandhis Philosophie des radikalen Gewaltverzichts (Satyagraha bedeutet «Festhalten an der Wahrheit») lernen zu können. Deshalb hat man den ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Michael Struck-Schloen
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