Der Mythos lebt

Wie Arturo Toscanini und Gianandrea Gavazzeni an der Mailänder Scala Geschichte schrieben

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Der 11. Mai 1946 ist in den Annalen der Mailänder Scala ein in dreifacher Hinsicht bemerkenswertes historisches Datum: Das im Krieg schwer zerstörte Theater wurde nach dem Wiederaufbau neu eröffnet, Arturo Toscanini, Italiens größter Dirigent und eine Symbolfigur des Antifaschismus, kehrte nach langer Abwesenheit an die Stätte seines früheren Wirkens zurück, und eine später epochale Sängerin, die damals erst 24-jährige Renata Tebaldi, gab ihr Hausdebüt.

Dieses außergewöhnliche Ereignis ist nun, ergänzt um einen Dokumentationsband, der einen Einführungstext in drei Sprachen sowie etliche kaum bekannte Fotos enthält, im Rahmen einer Edition verfügbar, die der Nachkriegsgeschichte des traditionsreichen Opernhauses gewidmet ist.

Das Klangbild ist sehr bescheiden, in keiner Weise mit den amerikanischen Toscanini-Aufnahmen aus derselben Zeit zu vergleichen, aber die hohe emotionale Ladung dieses Abends teilt sich ebenso mit wie die unerbittliche Intensität, mit der sich der Maestro in die Partituren hineinbohrt. Puccinis «Manon Lescaut» (3. Akt) und den Prolog aus «Mefistofele» kann man kaum bezwingender und detailversessener erleben. Der Abend gehört dem Chor und dem Orchester der ...

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Opernwelt November 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Ekkehard Pluta

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