Der Duft wird Klang
Am 14. September 1971 gab Dietrich Fischer-Dieskau in der Berliner Philharmonie einen von Daniel Barenboim begleiteten Liederabend, dessen Mitschnitt nun erstmals vorliegt. Das Programm mit frühen Gesängen, den «Liedern eines fahrenden Gesellen» und einigen Rückert- bzw. «Wunderhorn»-Liedern bildet eine Auswahl der 1978 für EMI entstandenen Studioproduktion, bei der Fischer-Dieskau und Barenboim sämtliche von Mahler ursprünglich mit Klavierbegleitung geschriebenen Lieder aufgenommen haben.
Dieser frühere Mitschnitt jedoch ist weitgehend frei von den Krisenmomenten der Studioaufnahme: Die Tongebung schert in der Höhe nicht aus, die Wortdeklamation wird, gerade in den ironischen Momenten, weniger verfremdet. Barenboims Spiel zeichnet sich, etwa in «Ich hab‘ ein glühend Messer», durch ein Maximum an Risikobereitschaft aus.
Nach einer kurzen Mahler-Belebung in den Jahren 1947 bis 1952 (geprägt vor allem durch Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler, übrigens mit dem damals 26-jährigen
Fischer-Dieskau!), litten die Salzburger Programme der weiteren 50er Jahre an akuter Mahler-Armut, die Rafael Kubelik 1959 mit einer Aufführung des «Lied von der Erde» beendete. Kubeliks Verdienste um Mahler ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 22
von Christoph Vratz
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