Blutbad, halbszenisch
Entgegen den vollmundigen Ankündigungen vom letzten Jahr (siehe OW 11/2005) hat Wulf Konold sein Publikum bei den diesjährigen Ludwigsburger Schlossfestspielen im Musiktheaterbereich auf Sparkost gesetzt.
Da die in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen geplante Mozart-Trilogie – «La finta semplice», die beiden Fragmente «L’oca del Cairo» und «Lo sposo deluso» sowie ein freier szenischer Abend, in dessen Mittelpunkt das «Requiem» stehen sollte – nicht finanzierbar war, musste Konold sich auf die Werke zweier Mozart-Zeitgenossen beschränken: die aus Rudolstadt übernommene, musikalisch wie szenisch arg dürftige Spar-Inszenierung von Vicente Martín y Solers «Il burbero di buon cuore» (siehe OW 5/2006) sowie eine konzertante Wiedergabe von Antonio Salieris «Les Danaides». Beide Werke, denen man kaum je auf der Bühne begegnet, öffnen ein Zeitfenster in Mozarts unmittelbare Umgebung: Martín y Solers «dramma giocoso», weil es uns Mozart anders hören lässt und doch zugleich den Abstand deutlich macht, der diese Typenkomödie vom kurz danach entstandenen «Figaro» trennt; Salieris französische Tragédie lyrique «Les Danaides», weil sie dem klassizistischen Vorbild Glucks bereits präromantische, auf die Revolutionsoper vorausweisende Töne zu entlocken weiß. ...
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Das einzige Bühnenwerk des vor allem als Geiger berühmt gewordenen rumänischen Komponisten George Enescu hat nach der erfolgreichen Pariser Uraufführung 1936 nur noch vereinzelte Reprisen, vor allem in Frankreich und Rumänien, erlebt. Um so größer war das Erstaunen, als 1989 bei EMI eine Gesamtaufnahme herauskam, die «Oedipe» als ein Hauptwerk der Oper des 20....
Herr Zednik, in einem Interview haben Sie einmal gesagt, Ihre Lieblingspartie sei Tristan.
Natürlich. Oder Otello. Oder Tannhäuser. Nur leider hat mir der liebe Gott die Stimme dafür nicht gegeben.
Welche der einhundertfünfzig verschiedenen Partien, die Sie im Verlauf Ihrer Karriere gesungen haben, waren für Sie die wichtigsten?
Von der Potenz her waren es schon...
Herr Foccroulle, inwieweit wollen Sie anknüpfen an die Tradition des Festivals von Aix-en-Provence?
Tradition ist für mich sehr wichtig. Es gibt seit sechzig Jahren eine Tradition dieser Festspiele, die von Daniel Dusurget bis hin zu Stéphane Lissner reicht, der das Festival acht Jahre leitete. An diese Tradition will ich anknüpfen, aber ich möchte sie auch...
