«Wir müssen stärker europäisch denken»
Herr Foccroulle, inwieweit wollen Sie anknüpfen an die Tradition des Festivals von Aix-en-Provence?
Tradition ist für mich sehr wichtig. Es gibt seit sechzig Jahren eine Tradition dieser Festspiele, die von Daniel Dusurget bis hin zu Stéphane Lissner reicht, der das Festival acht Jahre leitete. An diese Tradition will ich anknüpfen, aber ich möchte sie auch erweitern. Dabei wird womöglich eine neue Identität entstehen, in der der Begriff «Création», also des Neuen ein große Rolle spielen wird.
Damit meine ich die Kreation neuer Opern, aber auch den kreativen Blick auf das Repertoire.
Apropos Repertoire: Was gibt es 2007 in Aix?
Der «Ring» mit Simon Rattle und Stéphane Braunschweig wird fortgesetzt, Pierre Boulez und Patrice Chéreau machen Janáceks «Aus einem Totenhaus», wir haben eine neue Produktion von Mozarts «Le nozze di Figaro» im Programm, wir nehmen unsere «Entführung aus dem Serail» wieder auf und unsere sehr erfolgreiche Produktion von Monteverdis «Orfeo» aus dem Jahr 1998 mit Trisha Brown und René Jacobs. Und es gibt ein Projekt mit Monteverdi-Madrigalen, das von der Académie Européenne de Musique bestritten wird.
Welche Rolle spielt für Sie diese Académie bei den ...
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Carl Maria von Weber hat ihn zwar einst einen «bedeutenden Musiker» genannt, aber heutzutage zählen die Bühnenwerke des Mozart-Zeitgenossen Peter von Winter (1754-1825) allenfalls zu den Raritäten unserer Spielpläne – etwa «Das Labyrinth», eine Fortsetzung der «Zauberflöte», 1978 in München und 2002 in Chemnitz, oder «Maometto II.» 2002 in Bad Wildbad. Jetzt...
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Ohne Namen, ohne (persönliche) Eigenschaften – eher provokante Spiegelung der jeweiligen gesellschaftlichen Situation. Don...
Bayreuth für Anfänger? An einem Abend? Der «Ring», den das «deutsch-französische forum junger kunst» im Bayreuther «Zentrum» einen Tag vor der Eröffnung der Festspiele aufführte, ist gewiss keiner für Novizen. Die Fassung David Seamans erlebte 1990 ihre Premiere in der Nürnberger «Pocket Opera», aber ganz so klein ist diese Version denn doch nicht. Dreieinhalb...
