Zerbrecht euch den Kopf!

Heinz Zednik über Patrice Chéreau und den BayreutherJahrhundert-«Ring», die zeitgenössische Opernregie und Kulturpolitik in Österreich

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Herr Zednik, in einem Interview haben Sie einmal ­gesagt, Ihre Lieblingspartie sei Tris­tan.
Natürlich. Oder Otello. Oder Tannhäuser. Nur leider hat mir der liebe Gott die Stimme dafür nicht gegeben.



Welche der einhundertfünfzig verschiedenen Partien, die Sie im Verlauf Ihrer Karriere gesungen haben, waren für Sie die wichtigs­ten?

Von der Potenz her waren es schon Loge, dann Mime, Herodes, Pedrillo, der Hauptmann im «Wozzeck», vielleicht auch die Hexe in «Hänsel und Gretel», also diese klassischen Charakter- oder auch Buffo-Partien, soweit man sie «Buffo» nennen kann. Das waren zugleich jene, die mich am meisten gefordert haben. Und zuletzt natürlich Janáceks Broucek, den ich an der Volksoper gesungen habe und den ich liebe, vor allem seines skurrilen Humors wegen.

Wobei, Ihre Interpretation dieser Figur einmal ausgenommen, die Produktion sich nicht eben durch Humor auszeichnete.
Damit lebt man. Denn für eine Mehrheit der Regisseure heute scheint Humor nicht unbedingt eine Priorität. Eher dominiert die politische und pädagogische Auslegung eines Werks, der Zeigefinger, manchmal auch der Holzhammer. Unserer Zeit fehlt ja überhaupt ziemlich oft das Schöpferische. Wer komponiert noch, ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Interview II, Seite 68
von Gerhard Persché

Vergriffen
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