Bloß keine Schnellschüsse
Frau Wagner, im Internet gibt es eine Aufnahme, da singen Sie Puccinis «O mio babbino caro», und beim ersten «Si, si» passiert’s: Sie verlieren diesen Riesenohrring ...
Und meine Schreckgrimasse schwirrt jetzt auf ewig im Internet herum (lacht). Das Ding war einfach zu schwer! Bei solchen Missgeschicken gilt: Weitersingen ist alles! Man muss spontan sein.
Die Vitellia, die Sie gerade in der Straßburger «Clemenza» gesungen haben, ist auch sehr spontan. Im negativen Sinn.
Sie ist wirklich boshaft.
Es war eine neue Erfahrung für mich, eine solche Figur zu spielen. Und ein spannender Prozess, sie zu entwickeln. Wie ist sie überhaupt so geworden? Man wird ja nicht als Biest geboren.
Ein Biest mit Engelsstimme! Warum hat Mozart Vitellia wohl für einen Sopran geschrieben?
Gute Frage. Für einen Sopran liegt sie auffällig tief, tiefer noch als Fiordiligi. Vitellia ist sozusagen am unteren Ende der Skala. Bei einem Mezzo würde die Partie mit Sicherheit natürlicher klingen. Aber genau das wollte Mozart nicht.
Jetzt steht in Paris Pamina an, der nächste Mozart. Was bedeutet seine Musik für Sie?
Da habe ich keine originelle Antwort für Sie. Es tut der Stimme gut, hält sie gesund. Mozart ist einer ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Alexander Dick
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