Vor dem Abflug
Mit der Klassik geht es bergab, das Interesse schwindet, das Publikum stirbt weg. So die gängige Meinung. Beim vom Internationalen Musikzentrum Wien (IMZ) organisierten Fachtreffen «Avant-Première» von Musikfilmproduzenten, Vertriebs- und Fernsehleuten war nun etwas anderes zu hören. «Wir befinden uns eindeutig in einer Zeit des radikalen Wandels, was die Art des Musikkonsums angeht», sagt ein Kenner der Szene in einer Filmdokumentation mit dem bezeichnenden Titel «Classical Music for Everybody». Und wohin die Reise geht, wird auch gleich verraten: in Richtung Popularisierung.
Das kann man beklagen, weil damit die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk zugunsten einer Breitenwirkung vernachlässigt wird. Man kann es aber auch positiv sehen, als Beitrag zur notwendigen Erschließung neuer Publikumsschichten, aus denen vielleicht eines Tages wieder qualifizierte Hörer hervorgehen.
Wie sie sich auf diesen Wandel einstellen soll, scheint die Branche allerdings noch nicht so recht zu wissen. Man wartet auf den großen Boom, den die audiovisuelle Ära auch dem Klassikfilm bescheren könnte, und hortet derweil eifrig Rechte an neuen und alten Produktionen. Besonders im Bereich der Oper, ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Max Nyffeler
Es war ein milder Spätssommertag, dieser 9. September. Wir saßen in einem Straßencafé an der Place de la Bastille. Skateboard-Fahrer knallten gegen die Betontrassen der Opéra, es roch nach Verkehr und süßen Crêpes. Dass Gerhard Rohde Geburtstag hatte, kam eigentlich nur heraus, weil Charlotte Oswald, seine Lebensgefährtin, es ansprach. Er selbst machte nie...
«Tut wu-a yeri enti / Waa wau yeri wenenet.» Schon die Sprache schafft Distanz. Echnaton, der Pharao mit den radikalen Ideen und der unstillbaren Sehnsucht nach dem Licht, preist den Schöpfer der Dinge und des Lebens, der die Menschen mit seinen Augen und die Götter mit seinem Mund schuf, (meist) in altägyptischer Sprache: «Perer en rem em yertif / Cheper netscheru...
Jubilare
Fiorenza Cossotto studierte am Konservatorium von Turin und setzte ihre Ausbildung an der Mailänder Scala fort, bevor sie dort 1957 bei der Uraufführung von Poulencs «Dialogues des Carmélites» in der Partie der Sœur Mathilde debütierte. Ein Jahr später folgte ihr internationales Operndebüt als Giovanna Seymour in Donizettis «Anna Bolena» beim Wexford...
