Auswege

Zwischen Futurismus und Dekonstruktion: Die Operadagen Rotterdam spreizen die Kunstform auf

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Opern-Tage» will das Festival in Rotterdam bieten. Unter dem Begriff wird an der Rheinmündung alles mögliche subsumiert: von objets trouvés über Klanginstallationen bis hin zu Essensschlachten in Reizwäsche. Gewiss, Gesang bekommen wir zu hören. Auch die eine oder andere Geschichte serviert. Aber Oper?

Man nehme etwa den diesjährigen «Parsifal»: Zwar spielt ein Instrumentalensemble, es wird auch gesungen, sogar ein paar der Leit­motive lassen sich ausmachen. Doch die Vorstellung beginnt in einem alten Kommunaltheater, auf der Bühne die Anwohner mit Kind und Kegel.

Zu Fuß geht es dann weiter zu einem verlassenen Bürogebäude, wo das ­Publikum, aufgeteilt in Teams, in ein komplexes Spiel verwickelt wird. Noch ein Spaziergang, und die Veranstaltung endet auf dem Dach eines Hauses. Arlon Luijtens «Parsifal»-Game ist mehr als eine Dekonstruktion des Originals: Es entwickelt sich eine musikalische Interaktion mit der Stadtlandschaft, inspiriert von Wagners Ideen.

Freies nach Wagner bietet auch «Operawandeling». In einer umgewandelten Garage, umrahmt von Kunstobjekten, erklingen Wesendonck-Lieder in einer Neufassung der Komponistin Annelies Van Parys (das von den Geschwistern Gable und Romy ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Shirley Apthorp

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