Ein Hauch Westafrika

Das 40. Spoleto Festival in Charleston geht mit Gershwins «Porgy and Bess» vor Ort auf Spurensuche. Dauvergnes «La Double coquette» wird entzückend bearbeitet, Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» fordert das Publikum

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Diese Geschichte ist ein echtes Stück Charleston. Der Schiftsteller DuBose Heyward wurde in der Stadt geboren, er verbrachte sein Leben hier, und die Charaktere und Plätze seiner «Porgy»-Erzählung empfand er denen nach, die er auf der Straße, in Lokalen oder in den Kirchen sah. Der gebürtige New Yorker George Gershwin war mit Charleston immerhin besuchsweise vertraut, hier lernte er die Musik der afroamerikanischen Gullah kennen. Es war also durchaus eine sinnvolle Idee, die 40. Saison des Spoleto Festivals mit «Porgy and Bess» zu eröffnen.



Im gegenwärtigen, nach mehreren Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze aufgeheizten Klima steht das Thema «Rassismus» wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Und so stellte sich auch für die Festival-Macher die Frage: Wie umgehen mit einer folk opera, die in einer black community spielt, aber von ausschließlich weißen Künstlern stammt (einschließlich Gershwins Bruder Ira, der einige Song-Texte beisteuerte)? Für die Neuproduktion lud man den in Charleston lebenden Gullah-Künstler Jonathan Green ein, das visuelle Konzept zu erarbeiten. Green zeigt die Catfish Row nicht als einen durch die Sklaverei niedergedrückten Slum, sondern als ein nach North ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Heidi Waleson

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