Augenschmaus

Lehár: Die lustige Witwe New York / The Metropolitan Opera

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Schon das zweite Jahr in Folge stand als Herzstück der Benefiz-Gala an der New Yorker Metropolitan Opera eine Operette auf dem Silvester-Menü. Die Broadway-erfahrene Regisseurin und Choreografin Susan Stroman brachte Lehárs «Lustige Witwe» weit mehr zum Sprühen als es Jeremy Sams im Vorjahr mit seiner aufgeblähten «Fledermaus» gelang. Trotzdem: Operetten mit ihren ausgedehnten gesprochenen Dialogen bleiben ein problematisches Genre für das große New Yorker Haus – und für dessen Akteure, die großes Gefühl nun mal lieber singend über die Rampe bringen.



Vor allem Renée Fleming merkte man das an. Die Sopranistin tat sich schwer damit, die für sie zu tief liegende Titelpartie mit angemessenem Volumen und Aplomb zu füllen, selbst in höheren Lagen klang sie verhalten. Und in den mikrofonverstärkten Dialogen gab sie sich majestätisch – keine Spur von der herzerfrischenden Unkompliziertheit des bodenständigen Mädels vom Land. Dagegen fühlte sich die quirlige Broadway-Schauspielerin Kelli O’Hara als läufige Gattin des pontevedrinischen Konsuls bei den Sprech- und Tanzeinlagen ganz in ihrem Element. Zwar klang ihr Sopran zunächst etwas nervös, doch im Verlauf des Abends legte sie kräftig zu ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Heidi Waleson

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