Licht aus, Ohren auf

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Das Auge hört mit. Nicht nur in der Oper. Manchmal mischt es sich so sehr ein, dass die Ohren das Nachsehen haben. Doch was, wenn nur das Ohr was sieht? Wenn die Bilder nicht von außen, sondern von innen kommen? Inspiriert durch Adriana Hölszkys Musiktheater «Tragödia – Der unsichtbare Raum» experimentiert die Berliner Regisseurin Sabrina Hölzer seit vielen Jahren mit akustischen Environments, die den Vorrang des Visuellen in Frage stellen. Gemeinsam mit dem Solistenensemble Kaleidoskop konzipierte sie das dreiteilige Projekt «Into the Dark» – Hörerfahrungen im lichtlosen Raum.

Nun folgte, in Anspielung auf ein Gedicht des amerikanischen Lyrikers E. E. Cummings, ein weiterer Abend in der Dunkelkammer: «Now I Lay Me Down»

Diesmal empfangen die Musiker das Publikum auf der Bühne des Berliner Festspielhauses. Die Instrumente in der Hand, stehen sie zwischen Podesten, die mit Rollrasen ausgeschlagen sind. Warten geduldig, bis alle Gäste die grünen Liegeflächen erklommen haben. Zur Sinfonia aus der Bach-Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis» verlöschen die Schirmlampen. Totale Finsternis. Dass die Solisten während der gut einstündigen Performance ständig in Bewegung sind, ist nur aus dem ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Albrecht Thiemann

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