Auf lichter Höhe
Donnerwetter! Da ist ein Blitzen, Brausen und Brummen in der Luft, dass man im Innersten zusammenzuckt. Verwundern darf es indes nicht. Die Furien sind da. Und sie sind furchtbar. Doch nur für denjenigen, dem sie hinterherjagen. Armida hingegen fühlt sich sicher in ihrer Nähe, sie giert geradezu nach der Präsenz, dem Beistand dieser Erinnyen.
Und so klingt es auch, wenn Simone Kermes, von den Amici Veneziani unter Vorsitz ihres Konzertmeisters Boris Begelman mit satter Inbrunst, Schmackes und pointierter Phrasierung begleitet, ihre Auftrittsarie «Furie terribili!» aus dem früh-genialischen «Rinaldo» von Händel singt: wie eine entfesselte Liebeserklärung an die Unterwelt.
Das ganze Album ist erklärtermaßen eine Hommage an den Komponisten und seine «Magie» (so die Sopranistin Kermes im überaus persönlich formulierten Booklet): «Mio caro Händel» verknüpft einige der populären Bravourstücke wie «Ombra mai fu» aus «Serse» oder Medeas wahnhaft-entrückte Rachearie aus «Teseo» mit weniger bekannten Preziosen aus den Bühnenwerken «Lotario», «Deidamia» und «Amadigi di Gaula» sowie Arien aus den in London verfassten geistlichen Werken «Saul» und «Athalia», die des Komponisten Hinwendung ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 19
von Jürgen Otten
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