Guten Abend, gute Nacht

Pascal Dusapins «Lullaby Experience» kreist im Frankfurter LAB um die DNA des Wiegenlieds

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Im dialektischen Sinn verhält sich das experimentelle Musiktheater «Lullaby Experience» passgenau zum diesjährigen Motto des Festivals «Frankfurter Positionen». Denn in Pascal Dusapins Musiktheater geht es gar nicht um «Grenzen der Verständigung», sprich: um Kommunikation oder deren Scheitern. Sondern um das Aufrufen und Verdichten frühester musikalischer und emotionaler Prägungen, jenseits von Sprache. Genauer gesagt, um die DNA des Wiegenlieds.

Ziemlich dunkel ist es im Frankfurter LAB, den Boden bedeckt eine dicke Schicht weißer Daunenfedern.

In der Mitte steht ein riesiges Bett, das mit dem Fußende im Boden zu versinken scheint, hinten hängt ein Mond von der Decke, daneben baumelt eine Schaukel herab, ein Clown sitzt reglos in einem Lichtkegel, sanfter Pyronebel trübt ein wenig die blaue Lichtstimmung, aus den im Raum positionierten Lautsprechern perlt das Geräusch von gluckerndem Wasser.

Es gibt kaum Sitzplätze; so ist gewährleistet, dass die Zuschauer unwillkürlich Teil der kindlichen Trance-Traumszenerie werden, Teil einer Raum-Klang-Installation, die im Lauf der ersten halben Stunde nur langsam in Bewegung gerät. Bei jedem Schritt plustern die Federn in alle ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Regine Müller

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