Apropos... Prospero
Herr Eröd, wie lernt sich eine solche Partie?
Es braucht schon seine Zeit. Interessanterweise handelt es sich aber um eine Musik, die einen irgendwann zu einem Punkt führt, ab dem alles sehr logisch wirkt und daher Spaß macht.
Sind Sie ein Schnelllerner?
Ich war einer. Aber offensichtlich ist das eine Frage des Alters (lacht). Ich mache diesen Job jetzt 20 Jahre. Früher ging alles spielerischer. Ich lerne relativ schnell musikalisch, das Auswendiglernen dauert nun länger.
Wie würden Sie den Prospero auf einer Skala zwischen «sehr sanglich» und «sehr instrumental» einordnen?
Er ist überraschend sanglich. Thomas Adès hat ein natürliches Gespür für Stimmen, so etwas kann man nicht erlernen.
Wenn man sich die Aufführungshistorie von Shakespeares «Sturm» anschaut, dann ist Prospero eine Paradepartie für ergraute Edel-Mimen. Spürt man da einen gewissen Ballast?
Es sind zwei paar Schuhe. Auch weil die Oper andere Spielregeln hat, was das Alter der Sänger betrifft. Eine 16-jährige Salome gibt’s nun mal nicht. Umgekehrt kann man auch als 40-Jähriger einen alten Mann singen. Es ist ja auch lustig, wenn immer wieder gesagt wird, was für ein junger Faninal ich sei. Ich habe zwei Töchter, 17 und 18, ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel
Jonathan Dove, Sie haben Ihr Handwerk vor allem in der Praxis gelernt?
Nach dem Studium in Cambridge bei Robin Holloway war ich gut zehn Jahre als Korrepetitor, Begleiter, Arrangeur unterwegs, da lernt man, wie Oper funktioniert. Unter anderem habe ich für Graham Vick die «West Side Story» als Community-Oper eingerichtet – schon in den Achtzigern ein ganz ähnliches...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752279
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.05.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Hermann Levi war einer der bedeutendsten Dirigenten des 19. Jahrhunderts. 1839 in Gießen als Sohn eines Rabbiners geboren, kam er nach dem Studium in Leipzig und Lehrjahren 1864 als Erster Kapellmeister nach Karlsruhe. Acht Jahre später wechselte er an die Hofoper in München, deren musikalische Leitung er mehr als zwanzig Jahre innehatte. Levi war eng mit Brahms...
