Apropos... Höhen und Tiefen
Welche Brünnhilde ist am schwersten zu singen?
Für mich die der «Walküre», weil sie sehr tief liegt. Ich mache immer drei Kreuze, wenn’s vorbei ist. Die «Siegfried»-Brünnhilde singt sich dagegen wie nix. Und bei «Götterdämmerung» hat man vom Spiel her einen anderen Zugriff. Bei der «Walküre» hat meine Lehrerin Ingrid Bjoner immer gesagt: «Ach Gott, diese Mezzopartie!» Und meine andere Lehrerin, Astrid Varnay, meinte: «Weißt du, Langsche, du darfst dich bei der ‹Walküre› nicht viel einsingen. Du musst darauf vertrauen, dass du die Höhe hast.
» Man sollte eine gewisse Kamikaze-Mentalität haben und sich denken, dass die «Hojotohos» am Anfang schon kommen. Den Rest muss man sich dann ordentlich einteilen.
Waren Rollen wie Brünnhilde immer in Ihrer Stimme angelegt?
Ich hatte immer eine gute Höhe, aber sie war lange nicht stabil genug. Im Studium habe ich «Figaro»-Gräfin, Arabella oder Fiordiligi gesungen – es klappte nie optimal. Um mich zu schützen, habe ich mit Ingrid Bjoner, die mich 17 Jahre lang betreut hat, entschieden: Okay, wir fahren erst einmal die Mezzo-Schiene. Ich arbeite jetzt weiter an den Brünnhilden. Elektra oder Färberin werden sicherlich nicht kommen. Vielleicht ist als ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Markus Thiel
Der Frage, wie es Wagner in Bayreuth zurzeit geht, nähert man sich am besten durch den Park der Villa Wahnfried. Weit kommt man nicht, den Weg versperrt ein Bauzaun, an dem ein Banner hängt. Darauf steht in hellgrauen Buchstaben: Bitte um Verständnis. Dahinter liegt das, was vom Park, wie man ihn kennt, übrig ist. Es ist nicht viel.
Im Sommer 2015 soll hier das...
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